Mehr Väter bleiben beim kranken Kind zu Hause

Heilpraxisnet

Mehr Väter bleiben beim kranken Kind zu Hause

14.02.2015

Immer mehr berufstätige Väter bleiben bei ihrem Kind zu Hause, wenn dieses erkrankt ist. Das hat eine statistische Erhebung der Krankenkasse DAK Gesundheit ergeben. Vor allem in den neuen Bundesländern ist der Anteil der Väter, die ihre Kinder pflegen, besonders hoch.

Mehr Väter bleiben bei ihrem kranken Kind
Fieber, Durchfall, gebrochenes Bein: Immer mehr berufstätige Väter bleiben zu Hause, wenn ihr Kind erkrankt ist. Wie aus einer statistischen Erhebung der DAK Gesundheit hervorgeht, ist die Zahl der Männer, die sich im Falle der Erkrankung ihres Nachwuchses für die Betreuung von der Arbeit freistellen lassen, deutlich gestiegen. Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge teilte die Krankenkasse in Hamburg mit, dass sich deren Anteil allein in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt habe. Demnach reichten rund 90.000 Versicherte der DAK im Jahr 2014 Anträge für das sogenannte Kinderpflege-Krankengeld ein. Fast 20 Prozent der Antragsteller waren Männer. 2009 waren es lediglich zehn Prozent.

Starkes Ost-West-Gefälle
„Auch wenn die Frauen immer noch deutlich öfter zu Hause bleiben, zeigt die moderne Familienpolitik langsam Wirkung“, so DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz. Besonders auffällig bei den Zahlen ist zudem ein Ost-West-Gefälle. So kümmerten sich die Väter in den neuen Bundesländern deutlich öfter um den kranken Nachwuchs als die Väter im Westen. Den Angaben zufolge sei der Anteil der Väter, die ihre kranken Kinder betreuen, in Sachsen mit fast 24 Prozent besonders hoch. In Rheinland-Pfalz hingegen liegt er lediglich bei gut 13 Prozent.

Unterschiede zwischen Stadt- und Flächenstaaten
Es gebe aber nicht nur ein Ost-West-Gefälle, sondern auch Unterschiede zwischen Stadt- und Flächenstaaten. So passen zwar in Berlin und Hamburg (21 und 20 Prozent) relativ viele Väter auf ihre kranken Kinder auf, in Nordrhein-Westfalen tun dies allerdings nur 15 Prozent. Wenn Eltern mit kranken Kindern zu Hause bleiben und der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung leistet, springen Krankenkassen ein. Das Kinderkrankengeld ist eine Lohnersatzleistung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

20 Tage Anspruch auf Lohnfortzahlung
Wie der „Krankenkassen Ratgeber“ online schreibt, erstattet die Krankenkasse bis zu 20 Tage im Jahr den täglichen Lohnausfall bis zu 100 Prozent der Nettoeinkünfte immer dann, wenn ein Elternteil wegen der nötigen Kinderpflege im Krankheitsfall nicht arbeiten kann. Dabei sind für jeden Elternteil jeweils zehn Tage vorgesehen und für Alleinerziehende 20 Tage. Um Anspruch auf die Leistung zu haben müssen einige Kriterien erfüllt werden. So darf das Kind nicht älter als elf Jahre sein und es dürfen keine weiteren Personen im Haushalt leben, die in der Lage sind, die Pflege zu übernehmen.

Viele Kinder sind oft krank
Dass Kinder besonders oft krank sind, hat die sogenannte „Familienstudie“ der AOK im vergangenen Jahr gezeigt. Die Umfrage, bei der Eltern sich über den Gesundheitszustand ihres Nachwuchses äußerten, ergab damals, dass etwa jedes fünfte Kind in Deutschland gesundheitliche Probleme hat. Kinder leiden demnach oft an Bauchschmerzen, Gereiztheit, Kopfschmerzen, Nervosität, Einschlafstörungen, Unwohlsein, Rückenschmerzen, Benommenheit sowie Schwindel. Die Studie zeigte zudem, dass die Krankheitsanfälligkeit von Kindern maßgeblich durch das familiäre Klima bestimmt wird. (ad)

Bild: Alexandra H. / pixelio.de