Viele Masern-Fälle im Osten Deutschlands

Heilpraxisnet

Masern-Fälle in Thüringen und Sachsen

16.02.2015

Nachdem erst vor wenigen Tagen über den größten Masern-Ausbruch seit Jahren in Berlin berichtet wurde, haben nun die Gesundheitsministerien in Sachsen und Thüringen bekannt gegeben, wie viele Menschen in diesen Bundesländern bislang an Masern erkrankt sind.

Kinder waren nicht geimpft
Laut Angaben des Erfurter Gesundheitsministeriums sind in diesem Jahr in Thüringen bisher vier Menschen an Masern erkrankt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „MDR Thüringen“ teilte mit, dass die erkrankten Kinder alle in Weimar wohnen und nach Angaben des Sozialministeriums nicht gegen die Krankheit geimpft waren. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) riet Eltern in diesem Zusammenhang, „auf einen vollständigen und altersgerechten Impfschutz ihrer Kinder“ zu achten.

Einziges Bundesland ohne Masern-Fall
Wie mitgeteilt wurde, liegt die Impfquote in Thüringen leicht über dem Bundesdurchschnitt. Knapp 95 Prozent der gegenwärtigen Schulanfänger haben demnach landesweit die beiden vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Impfdosen erhalten. Informationen des für die Überwachung von Infektionskrankheiten zuständigen RKI zufolge war der Freistaat im vergangenen Jahr das einzige Bundesland ohne einen einzigen Masern-Fall gewesen. Im Jahr 2013 hatte es den letzten größeren Ausbruch dieser Krankheit in Thüringen gegeben. 51 Menschen waren damals betroffen.

Letzter größerer Masern-Ausbruch 2013
In Sachsen sind in diesem Jahr bislang drei Menschen an Masern erkrankt, wie das Landesgesundheitsministerium mitteilte. Im gesamten Vorjahr waren es den Angaben zufolge sechs Erkrankte gewesen. 2013 waren beim letzten größeren Masern-Ausbruch in Sachsen 56 Menschen betroffen. Wie die Sprecherin des RKI, Susanne Glasmacher, laut dpa sagte, seien solche Schwankungen nicht verwunderlich. „Bei den bundesweit niedrigen Impfraten vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen knallt es immer mal wieder irgendwo.“

Sachsen hat niedrigste Impfquote
Sachsen hat von allen Bundesländern die niedrigste Impfquote unter Schulanfängern. Dort sind weniger als 90 Prozent der Erstklässler zweimal gegen Masern geimpft. Der Freistaat unterhält eine eigene Impfkommission (SIKO), welche die nötige Auffrischung der ersten Impfung erst für das sechste Lebensjahr empfiehlt. Der SIKO-Vorsitzende Dietmar Beier hatte kürzlich argumentiert, dass man dadurch eine bessere Langzeitwirkung erreiche. Laut dem RKI orientieren sich alle anderen Länder hingegen an der Empfehlung, bereits im zweiten Lebensjahr zum zweiten Mal zu impfen.

Krankheit nicht auf die leichte Schulter nehmen
Vor allem in Berlin breiten sich die Masern derzeit aus. Weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen sollte die Krankheit Gesundheitsexperten zufolge, auf die leichte Schulter genommen werden. Neben den typischen roten Hautflecken bekommen Betroffene meist Fieber und haben an einer Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten zu leiden. Durch das geschwächte Immunsystem können auch Komplikationen wie eine Mittelohrentzündung oder Durchfall auftreten. In manchen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen oder gar tödlichen Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen kommen. Auch wenn Impfgegner öfter auf mögliche Nebenwirkungen einer Immunisierung wie Hautrötungen, Schwellungen, Fieber oder leichter Juckender Hautausschlag hinweisen, sind diese im Vergleich zu den Effekten einer Masern-Erkrankung kein Vergleich, meinen Befürworter. (ad)

Bild: seedo / pixelio.de