Mehrheit der Deutschen fühlt sich gesund

Astrid Goldmayer

Trotz mehr Diabetes und anderen Erkrankungen fühlen sich viele Deutsche gesund

29.05.2013

Die meisten Deutschen fühlen sich gesund. Das ergab die aktuelle „Studie zur Gesundheit Erwachsener” vom Robert Koch-Institut (RKI), in der Wissenschaftler Daten zum Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten von insgesamt 7.238 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren auswerteten. Demnach spielt das Einkommen bei der Einschätzung der Gesundheit eine wichtige Rolle. So bewerteten Personen mit niedrigem Status ihren Gesundheitszustand schlechter und waren häufiger krank als Besserverdienende.

Immer mehr Deutschen leiden an Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten
Laut Studienergebnissen spielen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes eine zunehmend wichtigere Rolle in Deutschland. Seit Durchführung der letzten vergleichbaren Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 1998 sei die Zahl der Diabetiker gestiegen. Derzeit leiden mehr als sieben Prozent der Deutschen an der Zuckerkrankheit. Eine weitere „Volkskrankheit“ der Deutschen sind erhöhte Cholesterinwerte. „Insgesamt haben 56 Prozent der Männer und 60,5 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren ein erhöhtes Serum-Gesamtcholesterin oberhalb des aktuell empfohlenen Grenzwertes von 190 mg/dl“, schreiben die Forscher. Bei 17,9 Prozent der Männer und 20,3 Prozent der Frauen seien die Werte sogar sehr stark erhöht (≥240 mg/dl).

Neben weiteren physischen und psychischen Erkrankungen untersuchten die Wissenschaftler vom RKI auch das Auftreten psychischer und körperlicher Gewalterfahrungen. Dabei hat jeder fünfte Befragte Erfahrungen mit psychischer Gewalt und jeder zehnte Tätererfahrungen mit psychischer Gewalt gemacht. „Körperliche Gewalterfahrungen in den letzten zwölf Monaten berichtete insgesamt etwa jeder 20. Teilnehmende, Männer signifikant häufiger als Frauen“, heißt es in der Studie. Bei der Häufigkeit von Tätererfahrungen körperlicher und psychischer Gewalt zeigten sich jedoch keine gravierenden geschlechtsspezifischen Unterschiede. Demnach seien Frauen vor allem häufiger Täterinnen von psychischer und körperlicher Gewalt im häuslichen Bereich wie in der Partnerschaft oder der Familie gewesen, Männer dagegen häufiger am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum. Bei der psychischen Gewalt waren Frauen tendenziell häufiger Opfer als Männer. 60 Prozent der Opfer von psychischer Gewalt gaben an, „dadurch in ihrem Befinden stark oder sehr stark beeinträchtigt zu sein“, bei den Opfern von körperlicher Gewalt waren es drei Viertel der Befragten.

Einkommen wirkt sich auf Einschätzung der Gesundheit der Deutschen aus
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass die Höhe des Einkommens eine wichtige Rolle bei der Einschätzung der eigenen Gesundheit spielt. So bewerteten Studienteilnehmer aus niedrigeren Einkommensklassen ihre Gesundheit schlechter und waren zudem häufiger krank als Personen mit einem höherem Status.

Vor allem in den höheren Altersklassen hat sich Angaben des RKI zufolge die Einschätzung der eigenen Gesundheit verbessert. Lediglich eine Minderheit der älteren Deutschen hat Einschränkungen im Alltag. Die meisten Älteren sind aktiv und treiben regelmäßig Sport. Generell geht der Trend zu mehr sportlicher Aktivität, so dass ein Viertel der Erwachsenen regelmäßig mindestens zwei Stunden pro Woche Sport aktiv ist. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 2,5 Stunden angemessene Bewegung erreiche jedoch nur ein Fünftel der Bevölkerung, so die Forscher. (ag)

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