Mehrheit der Deutschen will keine Zuckersteuer

Sebastian
Laut einer DAK-Studie befürworten nur 30% die Pläne der SPD 

Kann die Anhebung der Zuckersteuer helfen, das steigende Übergewicht in der Bevölkerung in den Griff zu bekommen? Die meisten Menschen halten offenbar nicht allzu viel von der Idee, die vor wenigen Tagen seitens der SPD vorgestellt wurde. Wie eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit zeigt, würde stattdessen z.B. die „Ampelkennzeichnung“ für viele Befragte eine geeignete Maßnahme darstellen.

2013 waren bundesweit mehr als 18.000 Patienten wegen Adipositas in Kliniken
Jeder zweite Deutsche bringt zu viele Kilos auf die Waage. Dementsprechend entwickeln Experten immer neue Maßnahmen, um gegen das steigende Übergewicht anzukämpfen. Wie die DAK-Gesundheit berichtet, wurden 2013 bundesweit mehr als 18.000 Patienten aufgrund von Adipositas bzw. Überernährung in Krankenhäusern behandelt. Dieses stelle einen Anstieg von 154 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 dar.

Um auf diese Entwicklung zu reagieren, präsentierte auch die SPD-Politikerin Elvira Drobinski-Weiß vor einigen Tagen die Idee für eine nationale Strategie, die zu einer Verringerung des Salz-, Zucker- und Fettgehalts in verarbeiteten Lebensmitteln führen soll. Ein Punkt stellt dabei die Anhebung der so genannten „Zuckersteuer“ auf die regulären 19% dar, denn bislang gilt für Süßwaren und -getränke ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.

Maßnahme findet in der Bevölkerung nur wenig Zustimmung
Doch die Forderung der SPD stößt in der Bevölkerung offenbar nur auf wenig Zustimmung. Zu diesem Ergebnis ist nun eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit gekommen. Demnach würden lediglich 30 Prozent der Befragten die Überlegungen unterstützen, 68 Prozent lehnen diese hingegen ab.

Dabei sprach sich bundesweit in Bayern mit 76% der größte Anteil gegen die „Zuckersteuer“ aus, zudem habe sich die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen „besonders kritisch“, gegenüber der Maßnahme gezeigt, so die Mitteilung der DAK. Unter den über 60-Jährigen fanden sich hingegen die meisten Befürworter, ergab die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage.

85 Prozent betrachten Ampelkennzeichnung als sinnvolle Maßnahme
Alternativ würden jedoch laut der DAK-Studie 85 Prozent der Befragten die so genannte „Ampelkennzeichnung“ als geeignete Maßnahme gegen das steigende Übergewicht in der Bevölkerung betrachten. Dabei handelt es sich um eine Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen, die leicht verständlich den Gehalt gesundheitsrelevanter Nährstoffe wie z.B. Fette, Zucker und Salz signalisiert. 65 Prozent der Befragten sprachen sich laut der DAK zudem für ein Werbeverbot für „Kinderlebensmittel“ aus, welche durch auffällige Gestaltung der Verpackung (z.B. Comicfiguren) oder kleine Geschenke (z.B. Aufkleber oder Spielfiguren) speziell an die jungen Konsumenten adressiert sind.

Zuckersteuer wäre eine indirekte Bestrafung und ungerecht
„Beim Thema Übergewicht und Adipositas setzen wir auf Aufklärung“, erläutert der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Herbert Rebscher. Dabei gehe es um „breite und verständliche Information“ über die gesundheitlichen Gefahren durch Zucker sowie darum, die Menschen für eine gesunde Ernährung zu motivieren. „Eine Zuckersteuer wäre eine indirekte Bestrafung der Bevölkerung. Zudem ist eine Zuckersteuer ungerecht, da sie einkommensschwächere Haushalte besonders stark belastet. Denn mit steigendem Einkommen sinkt der Anteil für Konsumausgaben“, so der DAK-Vorstandschef weiter. (nr)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de