560.000 Menschen in Deutschland internetsüchtig

Fabian Peters

Mehr als eine halbe Millionen Menschen in Deutschland sind internetabhängig

20.09.2013

Internetabhängigkeit ist ein durchaus verbreitetes Phänomen, dass den Ergebnissen einer aktuellen vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Studie zufolge häufig auch mit anderen psychischen Problemen „wie Persönlichkeitsstörungen, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen verbunden“ ist, berichtete die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), in einer Pressemitteilung am Dienstag.

Insgesamt sind den Ergebnissen der aktuellen Studie zufolge rund 560.000 Menschen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren in Deutschland internetabhängig, was etwa einem Prozent der Bevölkerung in diesen Jahrgänge entspricht. Erarbeitet hatte die Studie die Universität Lübeck mit Förderung durch das Bundesgesundheitsministerium. Die festgestellte Internetabhängigkeit betraf den Angaben der Bundesdrogenbeauftragten zufolge nicht nur Online-Spiele sondern in gleicher Weise die sozialen Netzwerke wie Facebook und Co. Die Studie habe auch gezeigt, „dass die Internetabhängigkeit unabhängig von der Art der exzessiven Nutzung mit deutlichen negativen Auswirkungen auf das Sozialleben bis zur Arbeitsunfähigkeit verbunden ist“, so die Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten.

Männer und Frauen gleichermaßen internetsüchtig
Von den Befragten Probanden mit Internetabhängigkeit „gaben 37 Prozent an, dass sie hauptsächlich Online-Spiele spielten, während weitere 37 Prozent der Abhängigen in sozialen Netzwerken aktiv waren“ und „27 Prozent andere Internetanwendungen“ nutzten, berichtet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Männer und Frauen seien dabei insgesamt betrachtet fast gleichermaßen von Internetabhängigkeit betroffen. „Deutliche Unterschiede bestehen allerdings in der Art der exzessiven Internetnutzung: Während abhängiges Computerspielen primär bei Männern anzutreffen ist, sind Frauen eher von der Nutzung Sozialer Netzwerke abhängig“, so die Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten weiter. Um zu ermitteln, ob eine Internetsucht vorliegt, nutzten die Forscher erstmals den im Jahr 2013 neu erschienenen Kriterienkatalog der American Psychiatric Association (APA) aus dem „Diagnostischen und Statistischen Manual für Psychische Störungen 5 (DSM-5)“ für die Internet-Spiel-Störung („Internet Gaming Disorder“).

Prävention und Therapieangebote gegen Internetsucht ausbauen
Der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zufolge hat „die Studie bestätigt, dass die auf Computerspieler zugeschnittenen Präventions- und Therapieangebote ausgebaut und weiter entwickelt werden müssen.“ Auch sollten nach Auffassung von Mechthild Dyckmans die Hilfsangebote künftig um spezielle Angebote für weibliche Internetabhängige und Nutzer von sozialen Netzwerken ergänzt werden. „Die Gefahr, bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken ein exzessives oder abhängiges Verhalten zu entwickeln, muss besser ins Blickfeld genommen werden“, so das Fazit der Bundesdrogenbeauftragten. (fp)

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Bild: Dieter Schütz / pixelio.de