MERS-Infizierter auf den Philippinen

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Fabian Peters
MERS bei 36-Jährigem auf den Philippinen nachgewiesen
Das Risiko einer Einschleppung des MERS-Virus bei der Rückkehr von Reisen aus Saudi-Arabien ist nach wie vor präsent. Dies verdeutlicht der aktuelle Fall eines 36-Jährigen Infizierten auf den Philippinen. Laut Angaben von „Spiegel Online“ hatte sich der Mann zuvor in Dubai und Saudi-Arabien aufgehalten. Ob sich weitere Personen bei dem Mann angesteckt haben, bleibe bislang unklar. Der Patient sei mittlerweile in dem Tropeninstitut des Landes unter Quarantäne gestellt worden.

Der 36-Jährige wies nach seiner Rückkehr Beschwerden wie Fieber und Husten auf, woraufhin er sich am Donnerstag letzter Woche in ärztliche Behandlung auf den Philippinen begab. Zwei Tage später wurde eine Infektion mit dem MERS-Virus bestätigt. Wahrscheinlich hatte sich der Mann bei seiner Reise nach Saudi-Arabien und Dubai mit den Erregern infiziert. Ähnliche Fälle sind laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in verschiedenen Ländern einschließlich China, Malaysia, den Philippinen und Südkorea aufgetreten. In Südkorea erfolgte dabei eine Übertragung der Erreger auf zahlreiche weitere Personen. 184 Fälle, darunter 33 Todesfälle, wurden hier von der WHO bislang registriert, wobei alle Fälle einer Übertragungskette zuzuordnen waren. Entsprechen groß ist daher derzeit die Sorge auf den Philippinen, nachdem hier bei einem 36-Jährigen das MERS-Virus nachgewiesen wurde.

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Bei einem 36-jährigen Patienten auf den Philippinen wurde das MERS-Virus nachgewiesen. (Bild: fotoliaxrender/fotolia.com)

Zweite MERS-Infektion auf den Philippinen
Um eine Ausbreitung der Erreger zu vermeiden, wurden laut Angaben der philippinischen Gesundheitsministerin Janette Garin alle Personen aufgesucht, die mit dem Mann engeren Kontakt hatten, berichtet „Spiegel Online“. Derzeit würden sich sieben Personen unter Quarantäne befinden, wobei eine Patientin milde Krankheitssymptome gezeigt habe. Die Testergebnisse liegen allerdings noch nicht vor, so dass bislang unklar bleibe, ob sie sich tatsächlich mit MERS infiziert hat. Bereits zum zweiten Mal wurde innerhalb dieses Jahres eine MERS-Infektion auf den Philippinen nachgewiesen. In dem ersten Fall hatte sich eine philippinische Krankenschwester bei einer Reise nach Saudi-Arabien infiziert. Sie erholte sich jedoch relativ schnell von der Infektion und eine weitere Übertragung der Erreger konnte erfolgreich verhindert werden.

Kamele das Hauptreservoir der MERS-Viren
Die WHO fordert eine erhöhtes Bewusstsein für das MERS-Risiko bei Reisen in gefährdete Länder wie Saudi-Arabien. „Arbeitskräfte im Gesundheitswesen in allen Ländern sollten ein hohes Maß an Wachsamkeit für die Möglichkeit der MERS-Infektion unter den Reisenden oder Wanderarbeiter nach Rückkehr aus den betroffenen Ländern haben“, so die Mitteilung der WHO. Reise- oder Handelsbeschränkungen seien bislang jedoch nicht erforderlich. Erstmals nachgewiesen wurde das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) im September 2012 in Saudi-Arabien. Zwar gehe ein Großteil der seither gemeldeten Infektionen auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung zurück, doch bilden Kamele wahrscheinlich ein Hauptreservoir für das MERS-Virus. „Die genaue Rolle von Kamelen bei der Übertragung des Virus und die genauen Wege der Übertragung sind jedoch nicht bekannt“, berichtet die WHO.

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Arabische Halbinsel MERS-Risikogebiet
Als typische MERS-Symptome nennt die Weltgesundheitsorganisation Fieber, Husten und Atemnot. Eine Lungenentzündung sei häufig, aber nicht immer vorhanden. Auch werde mitunter von gastrointestinalen Symptomen, einschließlich Durchfall, berichtet. Schwere Krankheitsverläufe können zum Lungenversagen führen. Etwa 36 Prozent der gemeldeten Patienten sind laut Angaben der WHO an den Folgen der MERS-Infektion gestorben. Aktuell scheine das Virus auf der gesamten arabischen Halbinsel zu zirkulieren, wobei Saudi-Arabien einen Schwerpunkt bilde. Hier wurden mehr als 85 Prozent der bisher gemeldeten Fälle registriert. Bei den Infektionen außerhalb des Nahen Ostens sei ein Großteil auf Reisende zurückzuführen, die MERS-Viren bei ihrer Rückkehr von der arabischen Halbinsel einschleppten. So auch bei den 184 bislang registrierten Fällen in Südkorea. (fp)