Mers: Erster Coronavirus Patient in den USA

Alfred Domke

Erster Coronavirus-Fall aus den USA gemeldet

03.05.2014

In den USA wurde bei einem Patienten erstmals das tödliche Cornonavirus Mers nachgewiesen. Wie die US-Gesundheitsbehörde mitteilte, handelt es sich um eine Person im Bundesstaat Indiana. Das Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung sei sehr gering. Laut Experten ist "Mers zwar weniger ansteckend, die Todesrate aber höher als bei anderen Infektionskrankheiten".

Erster Mers-Patient in den USA
In den USA ist erstmals das tödliche Coronavirus Mers nachgewiesen worden. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mitteilte, handelt es sich um einen Patienten im US-Bundesstaat Indiana. Vor rund einer Woche sei der Patient von Saudi-Arabien aus über Großbritannien in die USA eingereist und habe sich schon kurz darauf mit Symptomen wie Fieber, Kurzatmigkeit und Husten in eine Klinik begeben. Dort sei er isoliert worden; sein Zustand sei stabil. Das Virus kann zu schwerer Lungenentzündung und Nierenversagen führen.

Ansteckungsrisiko für Bevölkerung gering
Wie das CDC mitteilte, sei das Risiko einer Ansteckung für die Bevölkerung sehr gering. „Wir haben erwartet, dass Mers die USA erreichen würde, wir sind darauf vorbereitet und handeln schnell“, erklärte CDC-Direktor Tom Frieden. Es sollen aber dennoch Passagiere ausfindig gemacht werden, die mit dem Infizierten während seiner Reise engen Kontakt hatten. Die WHO hat seit der Entdeckung im September 2012 weltweit insgesamt 93 Todesfälle registriert, den Großteil davon in Saudi-Arabien. Diese offizielle Zahl der WHO muss aber vermutlich korrigiert werden, da allein Saudi-Arabien mittlerweile 102 Mers-Tote meldete.

Reisende sollen grundlegende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen
Noch sei über Infektionswege wenig bekannt, doch Experten gehen davon aus, dass der Übertragungsweg des Virus von Kamelen auf Menschen vor allem über Nasensekret erfolgt. Außerdem gebe es Hinweise, dass die Symptome bei einer Ansteckung von Mensch zu Mensch weniger schwerwiegend sind. Reisenden, die sich in die betroffenen arabischen Länder begeben wollen, wird empfohlen, grundlegende Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen, etwa Abstand zu Menschen mit akuten Atemwegsinfektionen zu halten und Tierkontakte zu meiden. Außerdem seien allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und der Verzicht auf nicht vollständig durchgegartes Fleisch sowie rohes Gemüse und ungeschältes Obst empfehlenswert. Vor zehn Jahren waren rund 800 Menschen am Sars-Erreger, der ebenfalls zu den Coronaviren zählt, gestorben. Auch wenn Mers als weniger ansteckend gilt, führe es doch häufiger zum Tod. (ad)

Bilder: Cornelia Menichelli / pixelio.de