Quarantäne: Mers-Virus fordert zwei Todesopfer in Südkorea

Sebastian

Erste Todesfälle bei Mers-Epidemie in Südkorea

Das Mers-Virus, das seit Jahren vor allem im Nahen Osten verbreitet war, taucht auch immer wieder in anderen Gegenden der Welt auf. In Südkorea sind nun die ersten zwei Menschen an der gefährlichen Atemwegserkrankung gestorben. Auch in Deutschland war das Virus schon diagnostiziert worden.

Mers-Virus in verschiedenen Weltregionen festgestellt
Das gefährliche Mers (Middle East Respiratory Syndrome) -Virus war in der Vergangenheit vor allem in Ländern des Nahen Ostens aufgetreten. Doch auch in anderen Weltgegenden wurde das Coronavirus festgestellt. So wurde erst vor wenigen Monaten darüber berichtet, dass das tödliche Mers-Virus in Deutschland diagnostiziert worden war. Es handelte sich dabei um einen Patienten, der von einer Reise nach Abu Dhabi zurückgekehrt war. Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge sind nun zwei Wochen nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea zwei Personen in dem Land an der Atemwegserkrankung gestorben. Wie das Gesundheitsministerium in Seoul demnach am Dienstag mitteilte, gebe es zudem inzwischen 25 Infizierte.
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Beide Todesopfer waren schon vorher gesundheitlich angeschlagen
Den Angaben zufolge werden die meisten Patienten mit einem Mann in Verbindung gebracht, bei dem das Virus nach einer Bahrain-Reise am 20. Mai nachgewiesen wurde. Allerdings seien unter den jüngsten Fällen auch zwei Menschen, die sich nicht durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem ersten Patienten angesteckt hätten. Wie es heißt, handelte es sich bei den Todesopfern um eine 58-jährige Frau und einen 71-jährigen Mann. Beide Personen seien bereits vor der Mers-Infektion gesundheitlich angeschlagen gewesen.

Erreger hat sich von Saudi-Arabien aus verbreitet
Erstmals wurde das Mers-Virus 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen. Zu den typischen Symptomen des „Middle East Respiratory Syndrome“ zählen unter anderem Fieber, Atemprobleme, Lungenentzündung und Nierenversagen. Das Virus gehört zu den Coronaviren, zu der auch das SARS-Virus zählt, an dem bei einem Ausbruch 2003 rund 800 Menschen starben. Zwar gilt Mers weniger ansteckend, führt jedoch häufiger zum Tod, als dies bei vielen anderen Infektionskrankheiten der Fall ist. Das am stärksten von Mers betroffene Land ist Saudi-Arabien. Über Reisende gelangte der Erreger im Lauf der Zeit in zahlreiche andere Nationen.

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Vorsichtsmaßnahmen bei Reisen in betroffene Länder
Weil Forscher den Erreger auch in Kamelen nachgewiesen haben, wird bei Reisen in betroffene Länder empfohlen, Tierkontakte zu meiden. Gesundheitsexperten raten, grundlegende Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen, wie beispielsweise Abstand zu Menschen mit akuten Atemwegsinfektionen zu halten. Darüber hinaus seien Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und der Verzicht auf Kamelprodukte (im Nahen Osten) empfehlenswert. (ad)