MHH bundesweit führend bei Blutkrebs-Therapie

Heilpraxisnet

MHH-Ärzte bundesweit führend bei Therapie gegen Blutkrebs

07.01.2014

Strahlen- oder Chemotherapien werden als Behandlung sowohl bei und Erkrankungen eingesetzt. Bekannt sind diese Verfahren in der Regel als Mittel gegen Tumor und Krebserkrankungen. Lässt sich damit Blutkrebs nicht erfolgreich behandeln, ist die einzige Möglichkeit Patienten noch zu heilen, eine Blutstammzellen-Transplantation. Handelt sich bei dem Spender um ein und dieselbe Person, spricht von einer sogenannten “. Oft sind Spender und Empfänger verschiedene Personen. Die Fachleute sprechen dann von einer “allogenen“ Blutstammzelltransplantation. Die meisten Patienten, die diese Therapie erhalten, haben eine Form einer akuten Leukämie.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation ist bei der allogenen Stammzellentransplantation deutschlandweit führend. Unter der Leitung von Professor Dr. Arnold Ganser können 62 Prozent aller Erwachsenen Patienten, die an einer akuten melodischen Leukämie (AML) leiden, das ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, geheilt werden. Im Bundesweiten Durchschnitt sind es lediglich 50 Prozent. AML ist dadurch gekennzeichnet, dass im Knochenmark und Blut sitzende Krebszellen, die normale Blutbildung unterbinden.

Die MHH ist bundesweit am erfolgreichsten
Auch bei anderen Blutkrebsformen, wie zum Beispiel dem Myelodysplastisches Syndrom (MDS) und Myeloproliferative Neoplasien (MPN) werden 52 Prozent der MHH-Patienten wieder gesund. Auch hier liegt der Bundesdurchschnitt sonst bei 40 Prozent. Bei MDS handelt es sich um Knochenmarks-Erkrankungen, bei der es zu einer Störung bei der Blutbildung kommt und die dann in eine AML übergehen können. MPN hingegen sind Bluterkrankungen, die aufgrund krebsartig veränderter Stammzellen entstehen. Die Mediziner sehen Patienten erst als geheilt an, wenn es fünf Jahre nach der Transplantation zu keinen Krankheitsrückfällen gekommen ist und sich auch keine Transplantationsfolgen ereignet haben.

Stammzelltransplantationen- Register ermöglicht Vergleiche
Möglichkeiten, einzelne Zentren miteinander zu vergleichen, haben sich erst mit der Einführung des deutschen Stammzelltransplantationen- Register (DRST) ergeben. In diesem sind alle Patienten registriert, die von 1998 bis 2012 Blutstammzellen transplantiert bekommen hatten. “Die Ergebnisse zeigen die außerordentlich gute Qualität der allogenen Stammzelltransplantation an der MHH für die Diagnosen AML und MDS / MPN. Die erstmalige Erfassung ist eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den Vergleich mit anderen Zentren nicht scheuen müssen. Eine solche Auswertung hilft auch Patienten bei ihrer Entscheidung, wo sie sich transplantieren lassen wollen”, sagt Professor Ganser.

Zum ersten Mal konnte dank des Registers Daten über den deutschlandweiten Durschnitt ermittelt werden und den Verantwortlichen darüber Auskunft geben, viele Patienten tatsächlich nach einer Transplantation die Fünfjahresgrenze überschritten hatten und somit als geheilt eingestuft werden können. Laut der Datenbank wurden in Deutschland im Jahr 2012 in 45 Zentren allogene Stammzelltransplantationen bei mehr als 3.100 Erwachsenen durchgeführt. 2.900 erhielten zum ersten Mal eine Transplantation. Betrachtet man die Entwicklung so ist zu erkennen, dass seit zehn Jahren eine kontinuierliche Steigerung von AML und MDS Transplantationen stattfindet. (fr)

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Bild: Dieter Schütz / pixelio.de