Microsoft-Gründer fordert weltweite Impfprogramme

Fabian Peters

Microsoft-Gründer fordert weltweite Impfprogramme

17.05.2011

Der Microsoft-Gründer Bill Gates (55) wirbt für die Unterstützung von Impfprogrammen weltweit, insbesondere um einen besseren Schutz der Kinder zu gewährleisten. Durch die Impfungen könnten bis zu zehn Millionen Menschenleben gerettet werden, erklärte Gates gestern auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf.

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Im Rahmen Weltgesundheitsversammlung beschäftigten sich die Delegierten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit äußerst unterschiedlichen Themen wie zum Beispiel auch der Vernichtung der letzten Pockenviren-Bestände in Russland und den USA. Doch der Microsoft Gründer war aus einem anderen Grund angereist. Gates warb für die Unterstützung von Impfprogrammen weltweit, um vor allem für die bedürftigen Kindern in den Entwicklungsländern einen Schutz vor Krankheiten wie beispielsweise Kinderlähmung zu gewährleisten.

Bill Gates wirbt für die weltweite Unterstützung von Impfprogrammen
Der Microsoft-Gründer Bill Gates engagiert sich seit Jahren immer stärker im gemeinnützigen Bereich, wobei die „Bill & Melinda Gates Foundation“, eine Stiftung gegen Hunger und Krankheiten, der Gates zusammen mit seiner Ehefrau Melinda (46) vorsteht, vor allem die Gesundheit der bedürftigen Kindern in Entwicklungsländern im Blick hat. Auf dem Treffen der WHO plädierte Gates daher dafür, die Impfprogramme weltweit zu unterstützen, wobei laut Aussage des Microsoft-Gründers auch die Pharmahersteller in der Pflicht stehen, preiswerte Impfstoffe für ärmere Länder anzubieten. Gates betonte, dass „ein starkes Impfsystem die Kinderlähmung beenden“ werde und dazu beitragen kann „alle Kinder mit fünf bis sechs neuen Impfstoffen zu versorgen.“

Microsoft-Gründer fordert „Jahrzehnt der Impfstoffe“
Gates zufolge könnten „bis 2015 vier und bis 2020 zehn Millionen Leben“ durch die Umsetzung entsprechender Impfprogramme gerettet werden. Hierfür bedürfe es allerdings eines „Jahrzehnts der Impfstoffe“, erklärte der Microsoft-Gründer auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf und forderte alle Staaten und die Industrie dazu auf, ihren Beitrag zu leisten. Ziel im Kampf gegen Kinderlähmung (Polio), Hirnhaut- und Lungenentzündungen sollte laut Aussage von Gates eine Impfrate von bis zu 90 Prozent in allen Ländern weltweit sein. „Das mag das Schwierigste sein, was wir je getan haben. Es ist aber auch das Wichtigste“, betonte der Multimilliardär auf der 64. Weltgesundheitsversammlung.

Gezielte Aufforderung zur Verbesserung der Impfprogramme
Mit seinem Aufruf wendete sich der Microsoft-Gründer explizit an Länder wie Indien, Nigeria, den Tschad oder die Demokratische Republik Kongo, da hier oftmals „weniger als die Hälfte der Kinder die nötigen Impfungen erhält“. Als positive Beispiele nannte Gates Burkina Faso und Mali, die zuletzt weitreichende Erfolge bei der Bekämpfung der Hirnhautentzündungen erzielen konnten. Die Impfstoffe kosten verhältnismäßig wenig, können einfach ausgeteilt werden und schützten die Kinder langfristig vor Krankheiten, erklärte Gates. Gates zeigte sich davon überzeugt, „dass wir die Chance haben, eine neue Zukunft zu gestalten, in der weltweite Gesundheit der Grundpfeiler weltweiten Wohlstands ist.“ (fp)