Migräne: Verbesserte Schmerztherapie durch die Nase wirkt

Sebastian
Eine aktuelle Forschungsarbeit fand heraus, dass sich der sogenannte Migräne-Kopfschmerz leicht betäuben lässt. Die Wissenschaftler konnten im Rahmen einer Studie ermitteln, dass sich die Kopfschmerzen in den sogenannten Flügelgaumenganglion quasi ausschalten lassen. Das berichtet das aktuelle GEO-Magazin in seiner Juni-Ausgabe und beruft sich dabei auf ein Ärzteteam um Kenneth Mandato vom Albany Medical Center.

Eine neue Therapie könnte das Leiden von Migräne-Patienten mindern. (Bild: psdesign1/fotolia)
Eine neue Therapie könnte das Leiden von Migräne-Patienten mindern. (Bild: psdesign1/fotolia)

Betroffene leiden bei einem Migräne-Anfall unter massiven, oft einseitigen Kopfschmerzen, die häufig mit Übelkeit und Erbrechen verknüpft sind. Die Schmerzen sind für Patienten oft nur im Dunkeln und geschlossenen Augen zu ertragen. Nach wie vor ist nicht eindeutig geklärt, wie es solchen Anfällen kommt. Das bedeutet auch, dass eine Behandlung dieser Erkrankung sich nicht einfach gestaltet. Denn die Migräne zeigt sich von Patient zu Patient unterschiedlich. Wahrscheinlich sind auch die Auslöser sehr verschieden. Ein Lichtblick könnte nun eine US-Studie des Albany Medical Center in Albany sein. Die Mediziner konnten erstaunlich Erkenntnisse gewinnen.

Betäubung über eine Sonde
Wie das Magazin GEO weiter berichtet, „lassen die Schmerzen deutlich nach, wenn Nervenknoten an der Nervenwurzel ruhig gestellt werden“. Das Ergebnis als solches ist nicht neu, denn bislang gingen Ärzte davon aus, dass hierfür eine für den Patienten sehr unangenehme Spritze gesetzt werden müsse. Eine Spritze, die wiederum Schmerzen bereitet und deshalb nur selten zu Anwendung kommt. Doch nun soll das Prozedere auch schmerzlos verlaufen, in dem eine „kleine Nasensonde gesetzt wird“. Die Sonde besitzt die Eigenschaft nur so dünn wie Spaghettis zu sein. Mit dieser Methode wurden bereits 112 Probanden erfolgreich behandelt. Bei der Therapie werden minimale Mengen des Betäubungsmittels Lidocain verabreicht.

Wirkung auch 30 Tage nach der Therapie
Der Wirkstoff führt zu Blockaden bestimmter Kanäle in der Membran von Nervenzellen. Schon am ersten Therapietag stellte sich eine deutliche Verbesserung der Symptome ein. Nach Angaben der Studienteilnehmer reduzierte sich das Schmerzempfinden um durchschnittlich 50 Prozent. Auch 30 Tage später war die Wirkung noch zu spüren. Die Forscher: „Offenbar wirkt das Lidocain am Ganglion wie ein Rücksetzknopf für die Migräne-Anfälligkeit.“ (sb)

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