Milder Winter mit Auswirkungen auf Mensch und Tier

Heilpraxisnet

Milder Winter ist nicht für alle Tiere optimal

08.01.2014

In Deutschland herrschen die mildesten Wintertemperaturen seit Jahren. Schon im letzten Jahr wurden Rekordtemperaturen um diese Zeit gemessen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Manch einer sieht die Entwicklung der winterlichen Temperaturen eher mit Sorge, denn vielerorts finden Erscheinungen statt, die für gewöhnlich erst im März oder April beobachtet werden.

Allergiker werden früher Probleme bekommen
Pollen von Bäumen und Gräsern, die als Hauptauslöser für Allergien gelten, werden in weiten Teilen Deutschlands in diesem Jahr schon früher auf Wanderschaft gehen als sonst. So hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Nordrhein-Westfalen, im Saarland und im Frankfurter Raum schon Belastungen registriert, wenn auch nur im geringen Umfang. Auch im Norden Deutschlands hat der Pollenflug bereits begonnen.

Viele Vögel ändern ihre Gewohnheiten
Einige Zugvogelarten, wie zum Beispiel Kraniche und Stare, treten die Reise in wärmere Regionen in der Welt in diesem Jahr scheinbar gar nicht erst an. Auch einige Meisenarten sind bereits dabei, sich Nistplätze zu suchen. Die Tiere finden hier auf dem Land oder in den Wäldern momentan einfach genügend Nahrung, erklärt Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu).Statt Zeit in die Nahrungssuche zu investieren, können die Vögel schon jetzt mit der Partnersuche beginnen. Selbst wenn es zu einem plötzlichen Kälteeinbruch kommen würde, wäre da für die Tiere kein Problem. "Dann ziehen die Vögel weiter gen Süden oder gehen in den Städten verstärkt auf Futtersuche", so Lachmann.

Mücken werden es schwer haben
Weit verbreitet ist die Ansicht, dass auf einen zu milden Winter eine Mückenplage folgen wird. Doch die frühlingshaften Temperaturen in den Wintermonaten tragen wenig zu einem hohen Mückenaufkommen im Sommer bei. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn Insekten überwintern bei frostigen Temperaturen überwiegend gut geschützt und die Kälte kann Ihnen wenig anhaben. Die Eier der Insekten bekommen aber Probleme, wenn eine zu milde Witterung vorherrscht, denn dann kommt es vermehrt zu Schimmelpilzbefall und die Tiere sterben noch bevor sie geschlüpft sind. Das betrifft auch Kellerräume oder Höhlen, in denen Mücken gern überwintern. Die Pilzsporen sind einfach zu aggressiv. Stechmücken machen die milden Temperaturen ohnehin nicht so viel aus. Sie legen ihre Eier bevorzugt auf feuchten Wiesen oder in Tümpeln ab. Da sei es egal, ob plus oder Minustemperaturen vorherrschen, so die gängige Meinung von Mückenexperten.

Zecken mögen es mild
Für Zecken sind die Temperaturen jedoch angenehm. Sie werden in der Regel bei sechs Grad Celsius aktiv und gehen auf Blutsuche."Für die Zecken ist das ein optimaler Winter", erklärt Christine Klaus vom Nationalen Referenzlabor für durch Zecken übertragbare Krankheiten in Jena. Die Expertin sieht in einem milden Winter aber nicht unbedingt eine Zeckenplage auf die Menschen in Deutschland zu kommen. Bei zu starken Minusgraden ziehen sich Zecken einfach wieder zurück und ein zu warmes und trockenes Frühjahr hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Tiere, so Klaus. Eine Mückenplage im kommenden Frühjahr ist also nach Einschätzung von Experten derzeit nicht zu befürchten. (fr)

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