Mit wenig Disziplin in acht Wochen zur Strandfigur

Sebastian
Disziplin und Ausdauer: In nur acht Wochen kann das richtige Training zur Strandfigur verhelfen

Der Sommer steht vor der Tür und die ersten Freibäder haben bereits ihre Pforten geöffnet. Wenn da nur nicht der lästige Winterspeck wäre. Manch einer versucht es mit einer strengen Diät oder einem umfangreichen Sportprogramm auf dem Weg zur Strandfigur. Die Nachrichtenagentur sprach mit dem Sportwissenschaftler Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln über ein geeignetes Trainingsprogramm, um die unerwünschten Pfunde in nur acht Wochen schmelzen zu lassen.

Auf dem Weg zur Strandfigur nicht zu viel in kurzer Zeit abnehmen – sonst droht der Jojo-Effekt
Kurz vor dem Sommer sollte man sich gut erreichbare Ziele stecken. „Ein realistisches Ziel ist, maximal fünf Kilogramm abzunehmen“, erläutert Froböse. „Alles was darüber hinausgeht, ist ungesund, da man dann den Körper zu stark in eine Hungersnot treiben würde.“ Nicht selten ist der bekannte Jojo-Effekt die Folge, bei dem die Betroffenen teilweise sogar mehr zunehmen als sie vor der Diät oder dem Sportprogramm gewogen haben. Deshalb ist es wichtig, sich weder beim Sport zu überfordern, noch eine Null-Diät zu machen. Beides wäre gesundheitsschädlich und führt lediglich zum kurzzeitigen Gewichtsverlust.

Muskeln fressen Energie
Froböse zufolge sollte der Fokus beim Abnehmen darauf liegen, Muskelmasse aufzubauen, denn Muskeln fressen Energie. Doch auch Ausdauertraining ist wichtig, um dem Körper Gutes zu tun. „Muskeln verleihen dem Körper sozusagen den nötigen Hubraum, und durch Ausdauertraining bekomme ich PS. Die Mischung macht es also!“ Allerdings ist körperliche Betätigung allein nicht ausreichend. Erst kürzlich wurde über einen Beitrag von Wissenschaftlern im Fachmagazin „British Journal of Sports Medicine“ berichtet, in dem behauptet wird: Sport hilft gar nicht gegen Übergewicht.

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Übungen für Bauch und Rücken
Vielmehr spielt beim Thema die Ernährung eine wichtige Rolle. Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erläuterte: „Damit ich abnehmen kann, muss ich weniger Kalorien zu mir nehmen, als ich verbrauche.“ Die Expertin erklärte weiter, dass es auf keinen Fall unter 1.200 Kalorien pro Tag sein sollten, damit der Körper noch mit allen Nährstoffen versorgt wird. Zudem kann man einige Übungen machen, um den Körper zu formen. Froböse rät zu Kniebeugen, Liegestütze und Übungen für den Bauch und Rücken. „Mit diesen Übungen hat man schon sehr viele Muskelgruppen angesprochen und kann einiges erreichen.“ Von jeder Übung seien zwei bis drei Sätze empfehlenswert, wobei jeweils eine kurze Pause dazwischen gemacht werden sollte. „Ein Satz sollte so lange gehen, bis bei den letzten beiden Wiederholungen die Muskeln so richtig brennen.“

Körper entschlacken und entgiften
Neben dem Sport gibt es noch weitere Möglichkeiten, dem Körper zu einer optischen Veränderung zu verhelfen. „Gerade Frauen setzen sich oft als Ziel, ihr Gewebe zu straffen“, meinte die Personaltrainerin Alexandra Schügerl. „Wichtig ist vor allem, dass man den Körper im Frühjahr entschlacken oder entgiften lässt.“ Am besten meidet man dafür eine gewisse Zeit Alkohol, Weißmehl und zuckerhaltige Lebensmittel. „Trinken Sie stattdessen viel Brennnessel-Tee, der hilft dem Körper dabei, Schadstoffe auszuscheiden und den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, so Schügerl. Weitere basische Lebensmittel, die für einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt sorgen können, sind unter anderem ungesüßter Apel- oder Orangensaft und Gemüse und Obst wie Rosinen, Rote Rüben, Spinat oder Blumenkohl.

Beim Essen kommt es nicht nur auf die Menge an
Zu beachten ist auch, dass es beim Essen nicht nur auf die Menge ankommt. „Absolute Kalorienbomben sind häufig Soßen. Statt Schmand und Crème Fraiche lieber Milch oder Gemüsebrühe nehmen“, empfiehlt Gahl von der DGE. Beim Belag lassen sich ebenso schnell Kalorien einsparen: Statt Salami lieber Roh- oder Kochschinken, Camembert statt Hartkäse und statt Frischkäse mit Doppelrahmstufe besser Hüttenkäse aufs Brot. Vor kurzem hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zudem darauf hingewiesen, dass man sich beim Abnehmen nur einmal die Woche wiegen sollte, da das Gewicht von Tag zu Tag und von morgens bis abends schwankt.

Es geht eher um das Körpergefühl
Für Froböse spielt die Waage beim Abnehmen ohnehin kaum eine Rolle. Seiner Meinung nach geht es eher um das Körpergefühl. „Der Spiegel ist viel wichtiger als die Waage“, so der Experte. „Auch wenn man laut Waage zugenommen hat, fühlt sich der Körper ganz anders an. Man bekommt eine bessere Körperform und Haltung. Also stellen Sie die Waage weg und betrachten Sie sich lieber selbstbewusst im Spiegel. Sie werden eine Veränderung sehen.“ Oder aber auch spüren: “Möglicherweise ist der Badeanzug nicht mehr ganz so knapp oder das T-Shirt plötzlich wieder ausgeleiert. “ (ad)

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Bild: Natja  / pixelio.de