Mit Rotwurzel-Salbei gegen Schlaganfall

Heilpraxisnet

Chinesische Medizin hilft bei Schlaganfall Prävention und Genesung

09.02.2012

Jedes Jahr erhalten 200.000 Deutsche die Schreckensdiagnose Schlaganfall, die nicht nur bei Betroffenen, sondern auch bei Familienmitgliedern und Freunden im ersten Moment oft blankes Entsetzen auslöst. Viele denken sofort an langwierige Reha-Maßnahmen oder Langzeitschäden, die von Lähmungen über Sprachprobleme bis hin zur Bewegungsunfähigkeit reichen. Gerade weil Erkrankungen der Blutgefäße immer mehr zunehmen, bietet die Schulmedizin unzählige Behandlungsansätze. Dass auch sanfte Alternativen wie beispielsweise die chinesische Medizin durchschlagende Wirkungen bei der Prävention und Genesung haben, wissen aber die wenigsten.

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Von einem Schlaganfall sprechen Mediziner immer dann, wenn es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns kommt. In der Folge funktioniert die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen nicht mehr richtig, Gehirn- und Nervenfunktionen lassen nach. Übeltäter der Minderdurchblutung sind meist „verstopfte“ Blutgefäße. Dr. Christian Schmincke, TCM-Experte, Allgemeinmediziner und Leiter der Klinik am Steigerwald, erklärt die therapeutischen Ziele der chinesischen Medizin: „Chinesische Behandlungsansätze verbessern die Durchlässigkeit der Blutgefäße und bauen Entzündungen ab. Dafür aktivieren wir die Selbstheilungskräfte des Körpers, sodass er abgelagerte Stoffwechselendprodukte eigenständig nach außen leitet und sich die Mikrodurchblutung verbessert. Im Prinzip geht es darum, die Ver- und Entsorgung wieder in den Griff zu bekommen.“

Als Basis der Behandlung gilt die chinesische Arzneitherapie. Individuell zusammengestellte Kräuter unterstützen den Behandlungserfolg, indem Patienten über den Tag verteilt einen daraus abgekochten Sud zu sich nehmen. Ärzte überwachen deren Wirkung und passen die Rezeptur immer wieder an. Bei Erkrankungen der Blutgefäße setzen TCM-Experten häufig auf Rotwurzel-Salbei als Bestandteil der heilsamen Arzneimischung. Wer aber meint, sich pflanzliche Stoffe selbst verabreichen zu können, der irrt. „Salvia miltiorrhiza ist ein hochwirksamer Stoff, der nur unter ärztlicher Aufsicht und sehr niedrig dosiert eingesetzt werden sollte. Zudem reagiert jeder Körper ganz unterschiedlich auf diese Arznei. Falsch eingesetzt führt sie im schlimmsten Fall zu einer akuten Verschlechterung der Symptome.“ Unterstützend zur Arzneitherapie finden Akupunktur, Qi Gong, Tunia-Massagen und eine vegetarische Ernährung Anwendung.

Mit einer bedachten Auswahl von Lebensmitteln kann aber jeder selbst seine Genesung unterstützen oder Schlaganfällen vorbeugen. Chinesischer Grundsatz: „Das Blut nicht dick machen.“ Dazu trägt eine gemüsereiche Kost und Alkohol in Maßen ebenso bei wie der Verzicht auf Kaffee und Nikotin. Ergänzend dazu mehrmals täglich ein Glas warmes Wasser trinken – wer es mag auch mit Ingwer versetzt – stellt die innere Klarheit im Körper wieder her. Und für das seelische Gleichgewicht legt Dr. Schmincke allen Betroffenen ans Herz: „Probleme in der Familie klären, das baut Spannung im Gehirn ab.“ (pm)