Mit Salmonellen kontaminiert: Weltweite Rückrufaktion für Lactalis-Babymilchprodukte

Alfred Domke

Lactalis ruft wegen Salmonellen-Gefahr weltweit Babymilchprodukte zurück

Der französische Molkereikonzern Lactalis ruft wegen einer möglichen Salmonellen-Gefahr weltweit Babymilchprodukte zurück. Diese Bakterien können Durchfall und weitere gesundheitliche Beschwerden verursachen. In Frankreich waren vor dem Rückruf mehrere Kleinkinder erkrankt.


Rückruf für Babymilchprodukte wegen Salmonellen-Gefahr

Nachdem in Frankreich mehr als 20 Kinder erkrankten hat der französische Molkereikonzern Lactalis wegen Salmonellen-Gefahr einen weltweiten Rückruf für Babymilchprodukte gestartet. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP erklärte ein Konzernsprecher, dass fast 7.000 Tonnen der Produktion betroffen sein könnten. Derzeit könne allerdings noch nicht angegeben werden, wie viel davon bereits verkauft oder verzehrt wurde.

Der französische Molkereikonzern Lactalis hat einen weltweiten Rückruf für Babymilchprodukte gestartet. Bei der betroffenen Ware bestehe Salmonellen-Gefahr. (Bild: mmphoto/fotolia.com)

Französische Behörden informierten bereits Anfang Dezember

Das französische Wirtschaftsministerium hatte am Sonntag eine Liste der möglicherweise verunreinigten Produkte veröffentlicht. Laut Medienberichten sollen insgesamt 620 Produkte aufgelistet sein.

Lactalis verkauft seine Ware in zahlreichen Ländern der Welt, darunter auch in Deutschland, China, Großbritannien und Pakistan. Hierzulande sind von dem Unternehmen vor allem Käse der Marken Président, Galbani oder Salakis in den Supermärkten zu finden.

Laut Angaben des Molkereikonzerns wurde Lactalis schon Anfang Dezember von den französischen Behörden darüber informiert, dass Babymilchpulver mit Salmonellen verunreinigt sei. Damals wurde die Erkrankung von 20 Babys im Alter von unter sechs Monaten gemeldet.

Die Firma hatte daraufhin ein Dutzend Babymilchprodukte zurückgerufen. Laut AFP hielt das Wirtschaftsministerium in Paris dies aber für nicht ausreichend, um das Risiko von Erkrankungen auszuschließen.

Milchpulver soll nicht mehr verwendet werden

Nachdem kürzlich erneut fünf Fälle gemeldet worden waren, beschlossen die französischen Behörden, den Verkauf und die Vermarktung mehrerer Produkte zu verbieten, die seit dem 15. Februar hergestellt wurden.

Eltern wurden dazu aufgerufen, das Milchpulver von Lactalis nicht mehr zu verwenden. Den Angaben zufolge handele es sich vor allem um Produkte der Marken Milumel, Picot und Carrefour.

Bakterien verursachen Magen-Darm-Infektionen

Salmonellen sind Bakterien, die Auslöser von schweren Magen-/Darmerkrankungen (Salmonellose) sein können.

Die Erkrankung tritt einige Stunden bis Tage nach der Infektion auf und äußert sich vor allem durch plötzlich einsetzenden Durchfall, Bauchschmerzen, Unwohlsein, Kältegefühl und Kopfschmerzen.

In manchen Fällen kommen Erbrechen und leichtes Fieber hinzu.

Die Beschwerden verschwinden in der Regel nach wenigen Stunden beziehungsweise Tagen von selbst.

Für Säuglinge, kleine Kinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann der Flüssigkeitsverlust infolge von Durchfall und Erbrechen gefährlich werden. (ad)