Mit Sport gegen Menstruationsbeschwerden

Fabian Peters

Regelschmerzen können durch Sport gelindert werden

02.05.2014

Menstruationsbeschwerden sind ein relativ verbreitetes Beschwerdebild. Vor oder während der Monatsblutung haben die betroffenen Frauen zum Teil erhebliche Schmerzen, die sie in ihrem Alltag massiv belasten können. An Bewegung ist für viele in dieser Situation kaum zu denken. Doch könnte eine moderate körperliche Aktivität den Beschwerden durchaus entgegenwirken, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf die Aussage der renommierten Sportwissenschaftlers Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Dem Experten zufolge hat die körperliche Bewegung eine entkrampfen Wirkung auf die Muskulatur, was bei Menstruationsbeschwerden zur Linderung beitragen kann. Auch sei der Sport ein gutes Mittel gegen die vielfach begleitend zu beobachtenden depressiven Verstimmungen. Allerdings sei es wichtig, dass während der Menstruation nicht zu intensiv trainiert wird, da dies zu einer unregelmäßigen Periode der gar dem Ausbleiben der Periode führen könne. Auch sollten laut Prof. Froböse Frauen nur Sport treiben, wenn sie sich dazu auch in der Lage fühlen. Wer zu sehr unter den Menstruationsbeschwerden leidet, muss sich nicht zur Bewegung zwingen.

Leistungsfähig in der Menstruation nicht grundsätzlich eingeschränkt
Ein Versuch mit moderater Bewegung wie einem Spaziergang gegen die Regelschmerzen anzugehen, kann jedoch nicht schaden. Auch müssen sich die Frauen keine Sorge machen, ihren Körper zu überfordern. Denn entgegen der weitläufigen Annahme, sind Frauen während ihrer Menstruation genauso leistungsfähig oder sogar noch leistungsfähiger als zu anderen Zeitpunkten, berichtet Froböse in der Pressemitteilung der „dpa“. Dies sei in zahlreichen Studien erwiesen. Hier hätten zwei Dritteln der getesteten Frauen eine gleichwertige oder bessere Leistung bei sportlichen Übungen während der Menstruation abrufen können und bei lediglich weniger als einem Drittel der Frauen habe sich die Performance verschlechtert. Dem Sportmediziner zufolge sind Frauen am leistungsfähigsten in der Zeit unmittelbar nach ihrer Periode, was vermutlich mit dem zunehmenden Östrogenspiegel zusammenhänge. Leistungssportlerinnen würden zum Teil versuchen diesen Effekt auszunutzen und ihren Zyklus so zu lenken, dass wichtige Wettkämpfe in diese Phase fallen, berichtet Froböse.

Auch die Experten des Berufsverbandes der Frauenärzte in München (BVF) verweisen auf die positive Wirkung von Ausdauersport und ausgedehnten Spaziergängen bei Menstruationsbeschwerden. Darüber hinaus wird hier die Anwendung von Schmerzmitteln gegen Regelschmerzen kritisch thematisiert. Statt konventionellen Schmerzmitteln seien pflanzliche Arzneien zu empfehlen. Lediglich bei extremen Schmerzen könne unter fachärztlicher Aufsicht auch auf herkömmliche Schmerzmittel zurückgegriffen werden. (fp)

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Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de