Multiresistente Erreger in deutschen Krankenhäuser

Heilpraxisnet

In Kliniken in Kiel und Hamburg wurden multiresistente Keime bei Patienten entdeckt

03.02.2015

Nachdem bereits im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel multiresistente gramnegative Keime auftraten, sind die Erreger nun in einem weiteren norddeutschen Krankenhaus festgestellt worden. Das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) kämpft derzeit gegen einen multiresistenten 4 MRGN Klebsiella pneumoniae Stamm, der in den vergangenen Wochen bei sechs Patienten festgestellt wurde. Bei drei der Betroffenen ist es zu einer Infektion mit Klebsiellen gekommen.

Multiresistente Erreger werden häufig aus Urlaubsländern eingeschleppt
Einer der betroffenen Patienten werde bereits seit einiger Zeit wegen einer kritischen Erkrankung „mit allen Mitteln der Intensivmedizin versorgt", zitiert die Online-Ausgabe der „Ärzte Zeitung“ aus einer Mitteilung des UKE. Bei zwei weiteren Patienten habe die Besiedelung mit den multiresistenten Keime keine gesundheitlichen Folgen gehabt. Der Tod einer schwerkranken Krebspatienten nach einem großen chirurgischen Eingriff stehe nicht in Zusammenhang mit den Erregern.

Bei sieben Patienten wurde im Rahmen eines Screenings zudem eine Besiedelung mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) festgestellt. „Die Patienten haben keinen Schaden davongetragen", so das UKE. Die Uniklinik hatte das zuständige Gesundheitsamt umgehend über die Befunde informiert.

Bei Risikopatienten veranlasst die Klinik nach eigenen Angaben verschiedene Screeningtests, die konsequent nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchgeführt werden. Als Risikopatienten werden Personen eingestuft, die kurz vor ihrer Aufnahme in der Klinik in einem Hochrisikoland in einem Krankenhaus versorgt wurden. Dazu zählen unter anderem Israel, Griechenland, Nordafrika und Asien. Auch Patienten, die mit einem Bettnachbarn mit 4 MRGN in einem Zimmer lagen, gelten als Risikopatienten. (ag)

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