Mystisches Leid: Junge Patientin schwitzt Blut aus ihren Poren

Alfred Domke

Hämhidrose: 21-jähirge Frau schwitzt Blut

Eine junge Frau aus Italien schwitzt auf ihren Handflächen und im Gesicht immer wieder Blut. Mediziner in Florenz haben nun festgestellt, dass die 21-Jährige an Hämhidrose leidet. Die Ursachen für diese extrem seltene Krankheit, die auch als „Blutschweiß“ bezeichnet wird, sind bislang nicht genau geklärt.

Junge Frau blutet ohne Verletzung

Die italienischen Mediziner Roberto Maglie und Marzia Caproni aus Florenz berichten im Fachmagazin „Canadian Medical Association Journal“ (CMAJ) über den Fall einer äußerst ungewöhnlichen Patientin. Die junge Frau hatte sich in ein Krankenhaus begeben, weil sie seit drei Jahren immer wieder an ihren Handflächen und im Gesicht blutete, ohne eine Verletzung zu haben. Die Ärzte stellten fest, dass die 21-Jährige an Hämhidrose leidet. Diese extrem seltene Erkrankung wird auch als „Blutschweiß“ bezeichnet.

In Italien hat sich eine junge Frau in ärztliche Behandlung begeben, weil sie an den Händen und im Gesicht immer wieder blutet ohne eine Wunde zu haben. Die Mediziner stellten fest, dass die Patientin an einer extrem seltenen Krankheit leidet. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Intensivere Blutungen in Zeiten emotionaler Belastung

Laut dem Bericht im CMAJ gab es keinen offensichtlichen Auslöser für die Blutungen, die bei der Patientin während des Schlafens und während körperlichen Aktivitäten auftreten konnten.

Die junge Frau schilderte den Medizinern, dass in Zeiten emotionaler Belastung und Stress intensivere Blutungen auftraten. Diese dauerten von einer bis fünf Minuten.

Aufgrund der Verlegenheit über die Blutungen war die 21-Jährige „sozial isoliert und berichtete über Symptome, die mit einer depressiven Störung und einer Panikstörung im Einklang stehen“, schreiben die Experten.

Diagnose Hämhidrose

Der Patientin wurden zunächst Medikamente verordnet, um ihre Depression und Angststörungen zu behandeln. Die Blutungen wurden dadurch aber nicht gestoppt.

„Während der Einnahme beobachteten wir die Entladung von blutbefleckter Flüssigkeit aus ihrem Gesicht“, schreiben die Autoren.

Basierend auf einer mikroskopischen Untersuchung stellten die Ärzte die Diagnose „Hämhidrose“.

Keine Erklärung für die Blutungsquelle

„Hämhidrose ist eine seltene Erkrankung, die durch spontane Entladung von „Blutschweiß“ durch intakte Haut gekennzeichnet ist“, schreiben Roberto Maglie und Marzia Caproni.

„In der Literatur gibt es keine einzige Erklärung für die Blutungsquelle bei Hämhidrose“, so die Autoren.

Auch die genauen Ursachen für die extrem seltene Krankheit sind bislang nicht eindeutig geklärt.

Laut Fachleuten tritt sie in manchen Fällen in Folge heftiger Angst, ungewöhnlicher körperlicher Anstrengung oder im Zusammenhang mit Krankheiten wie Skorbut, Faulfieber oder der Blutfleckenkrankheit auf.

Die italienischen Ärzte behandelten ihre Patientin schließlich mit dem Betablocker Propranolol, der sich laut anderen Berichten im Zusammenhang mit Hämhidrose als wirksam erwiesen hat.

Den Medizinern zufolge führte der Blutdrucksenker bei der 21-Jährigen zwar zu einer deutlichen Reduktion der Blutung, vollständig gestoppt werden konnte sie jedoch nicht. (ad)