Mythen um Alkohol und was an ihnen dran ist

Heilpraxisnet

Mythen rund um Alkohol und was an ihnen dran ist

11.02.2015

Kaffee hilft um nüchtern zu werden und Mixgetränke machen weniger betrunken als Schnaps. Was ist dran an solchen Mythen rund um den Alkohol? Eine Expertin klärt auf. Eines ist auf jeden Fall klar: Zu viel Alkohol ist ungesund.

Expertin räumt mit Mythen um den Alkohol auf
Stimmt es, dass Kaffee hilft, nüchtern zu werden? Und was ist dran an der Behauptung, dass Mixgetränke weniger betrunken machen als Schnaps? Es gibt noch viel mehr abenteuerliche Theorien dazu, wie sich Betrunkene vermeintlich noch vor einem Totalabsturz retten können, wie etwa oft auf die Toilette zu gehen oder Brot zu essen. Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) erklärt in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa, dass eigentlich nichts davon wirklich klappt. Die Expertin gibt einen Überblick über fünf Mythen und deren Wahrheitsgehalt.

Saugt Brot den Alkohol auf?
Es gibt Menschen, die meinen, Brot saugt den Alkohol auf. Das stimmt allerdings nicht. Wie Bartsch erklärt, gelangt der Alkohol vom Magen in die Blutbahn und dort kann ein Stück Brot wenig ausrichten. Alkohol zum Essen sei jedoch verträglicher, da man in der Regel langsamer trinkt. Zudem gelangt Alkohol langsamer ins Blut, wenn man vor dem Trinken eiweiß- und fettreiche Speisen zu sich nimmt. Dadurch tritt die Wirkung des Alkohol langsamer ein. Dies erklärte kürzlich die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, anlässlich des bevorstehenden Karnevals. Sie plädierte für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol.

Mixgetränke schmecken oft kaum nach Alkohol
Mythos Nummer zwei, den Frau Bartsch thematisiert, ist, dass man vom Kaffee angeblich nüchterner wird. Sie erklärt, dass Kaffee und auch Energy-Drinks zwar den Puls beschleunigen, so dass man sich möglicherweise fitter fühlt. Doch den Alkoholgehalt im Blut senken diese Getränke nicht. Zur nächsten Behauptung: Mixgetränke machen nicht so betrunken wie Schnaps, erklärt die Expertin: „Den Körper interessiert nicht die Verpackung, sondern nur, was an Alkohol ankommt.“ Da man aber bei Schnaps weniger Flüssigkeit aufnimmt und eher das Gefühl hat, es passe noch mehr in den Magen, sei die Gefahr größer, zu viel zu trinken. Andererseits schmecken Mixgetränke häufig kaum nach Alkohol und werden daher in ihrer Wirkung eher unterschätzt.

Schwere Menschen vertragen mehr
Dann kommt Bartsch zu einem Mythos, dem sie zustimmt: Menschen die mehr wiegen, vertragen auch mehr. Laut der Expertin heißt dies jedoch nicht, dass schwere Personen bedenkenlos trinken können. Wie der Körper Alkohol verträgt, hängt noch von anderen Faktoren, wie persönliches Befinden, Gewöhnung und Essen, ab. Dem fünften Mythos: Überschüssiger Alkohol wird mit dem Urin ausgeschieden, pflichtet sie wiederum nicht bei. Bartsch erklärt, dass es sich dabei ähnlich wie mit dem Brot verhält. Bevor die Getränke in der Blase landen, gelangt der Alkohol bereits in den Blutkreislauf. Also hilft nur eines: weniger trinken.

Regelmäßiger Alkoholkonsum schädigt die Gesundheit
Das sehen viele Experten ebenso. So weist etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf hin, dass regelmäßiger Alkoholkonsum die Muskelleistung beeinträchtigt, Nerven und Organe schädigt und die Entstehung von Übergewicht beziehungsweise Adipositas sowie psychische Störungen und Krebskrankheiten begünstigt. Mediziner verweisen zudem darauf, dass durch das viele Trinken die Gefahr für eine Fettleber oder Gastritis steigt. Außerdem wird dadurch die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt erhöht. (ad)

Bild: FotoHiero / pixelio.de