Nach Fahrradunfall: 8-Jähriger stirbt durch fleischfressende Bakterien

Alfred Domke

Nekrotisierende Fasziitis: Achtjähriger stirbt durch Infektion mit fleischfressenden Bakterien

In den USA ist ein achtjähriger Junge nach einer Infektion mit „fleischfressenden Bakterien“ gestorben. Infiziert hatte er sich wenige Tage zuvor bei einem vermeintlich harmlosen Fahrradunfall. Die Ärzte hatten versucht, durch Amputationen das Leben des Kindes zu retten – vergeblich.


Junge stirbt wenige Tage nach einem Fahrradunfall

Dass sich kleine Kinder beim Spielen verletzen, kommt ziemlich häufig vor. Meist ist dies kein Anlass zu großer Sorge. Bei einem kleinen Jungen aus den USA verlief eine solche Verletzung allerdings nicht glimpflich. Er infizierte sich bei einem vermeintlich harmlosen Fahrradunfall, bei dem sich der Lenker des Rads in sein Bein bohrte, mit „fleischfressenden Bakterien“ und starb wenige Tage später.

In den USA ist ein kleiner Junge nach einer Infektion mit „fleischfressenden Bakterien“ gestorben. Zuvor hatten Ärzte noch versucht, dem Kind mithilfe von Amputationen das Leben zu retten. Bild: Sebastian Kaulitzki – fotolia

Blutige Wunde am Oberschenkel

Laut einem Bericht der Zeitung „The Oregonian“ zog sich der achtjährige Liam F. aus Pilot Rock (US-Bundesstaat Oregon) bei einem Fahrradunfall eine blutende Wunde am Oberschenkel zu, die von Ärzten in der Notaufnahme eines Krankenhauses genäht wurde.

Ein paar Tage danach kämpfte das Kind um sein Leben: Dem Bericht zufolge merkten die Mutter und der Stiefvater des Kleinen, das etwas nicht stimmte, als der Junge über starke Leistenschmerzen klagte.

Als sein Stiefvater einen Blick darauf warf, stellte er fest, dass die Leistengegend „purpur-rot und brandig“ war.

Das Paar brachte den Kleinen sofort ins St. Anthony Hospital nach Pendleton, wo die Ärzte feststellten, dass er sich eine gefährliche bakterielle Infektion zugezogen hatte.

Die Bakterien waren offenbar bei dem Fahrradunfall in seinen Körper eingedrungen.

Durch Amputationen sollte das Leben des Jungen gerettet werden

Das Kind wurde sofort notoperiert, um infiziertes Gewebe zu entfernen und anschließend mit seiner Mutter in das Doernbecher Kinderkrankenhaus in Portland geflogen.

Dort ging der Alptraum weiter: „Chirurgen versuchten, der seltenen, aber tödlichen Infektion, die als nekrotisierende Fasziitis bekannt ist, durch Amputation von Teilen des Körpers des Jungen zu begegnen“, schreibt „The Oregonian“.

Der Stiefvater drückte es drastischer aus: „Sie haben ihn Stück für Stück zerschnitten.“

„Fast seine ganze rechte Seite war weg“, sagte die Mutter des Jungen. „“Sie haben weiter geschnitten und gehofft. Schneiden und hoffen.“

Schließlich wurde Liam ins Randall Children’s Hospital gebracht, wo ein anderes Team sich das Problem ansehen konnte. Dort starb der Junge.

Schwerwiegende bakterielle Infektion

Laut dem britischen National Heatlh Service (NHS) ist die nekrotisierende Fasziitis eine seltene, aber schwerwiegende bakterielle Infektion, die das Gewebe unter der Haut und die umgebenden Muskeln und Organe (Faszien) beeinflusst.

Die Infektionskrankheit beginnt häufig mit unspezifischen Symptomen wie lokalen Schmerzen und Fieber.

Innerhalb weniger Tage kommt es dann zu einer Schwellung der betroffenen Partien, wobei die Haut über dem Infektionsherd zunächst bläulich-rot und dann bläulich-grau wird.

„Sie wird manchmal als „fleischfressende Krankheit“ bezeichnet, obwohl die Bakterien, die sie verursachen, Fleisch nicht „essen“ – sie setzen Giftstoffe frei, die das in der Nähe befindliche Gewebe beschädigen“, schreiben die Experten des NHS.

„Nekrotisierende Fasziitis kann von einer relativ kleinen Verletzung, wie einem kleinen Schnitt, ausgehen, verschlechtert sich jedoch sehr schnell und kann lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht früh erkannt und behandelt wird“, so der NHS weiter.

Leider kommt es immer wieder zu solchen Infektionen, wie auch ein Fall aus Großbritannien zeigte. Dort hatte sich im vergangenen Jahr ein kleines Kind durch eine winzige Platzwunde mit „fleischfressenden Bakterien“ infiziert. (ad)