Nach Freigabe: Ansturm auf „Pille danach“

Sebastian

Mitte März wurde in Deutschland die Rezeptpflicht für die „Pille danach“ aufgehoben. Seit der Freigabe sind die Verkaufszahlen der Verhütungspräparate enorm in die Höhe geschnellt. Einem Zeitungsbericht zufolge stieg der Verkauf um rund 40 Prozent.

Verkauf stieg um rund 40 Prozent
Die Verkaufszahlen für die „Pille danach“ sind einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP zufolge seit dem Ende der Rezeptpflicht deutlich nach oben geschnellt. Demnach berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Gesundheitsinformationsdienstes IMS Health, dass der Verkauf nach der Freigabe der Verhütungspräparate Mitte März um rund 40 Prozent stieg. Den Angaben zufolge werden pro Woche zwischen 13.000 und 14.000 Packungen verkauft. Bis März hingegen lag der Absatz lediglich bei durchschnittlich 9.500 Packungen.

Befruchtung nach ungeschütztem Sex wird verhindert
Im März war die Verschreibungspflicht für die in Deutschland erhältlichen Präparate aufgehoben worden. Damit war ein entsprechender Beschluss der EU-Kommission umgesetzt worden. Hierzulande sind zwei verschiedene Präparate als „Pille danach“ verfügbar. Diese unterdrücken oder verzögern den Eisprung. Dadurch verhindern die Mittel nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eine Befruchtung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für junge Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr die Kosten, sofern sie ein Rezept vorlegen. Wenn sie das nicht können, müssen sie die Pille nach Beratung in der Apotheke aus eigener Tasche bezahlen. Der Preis beträgt zwischen 16 und 18 Euro.

Ausführliche Beratung ist nicht gewährleistet
Insbesondere Frauenärzte hatten vor der Freigabe der „Pille danach“ gewarnt, da die nötige ausführliche Beratung, die jetzt den Apothekern auferlegt ist, im Kundengespräch nicht zu leisten sei. Doch auch seit dem Ende der Rezeptpflicht reißt die Kritik nicht ab. So warnte etwa kürzlich die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml vor einem „sorglosen Umgang“ mit dem Notfall-Verhütungsmittel. Das Medikament greift massiv in den Hormonhaushalt der Einnehmerinnen ein. Bekannt sind zudem verschiedene Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Unterbauchschmerzen, Blutungen, Übelkeit und Erbrechen. Das Arzneimittel ähnelt zwar der konventionellen „Anti-Baby-Pille“, doch die Konzentrationen der Wirkstoffe seien um ein Vielfaches höher dosiert. (ad)
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