Nach Masern jetzt auch Windpocken in Berlin

Heilpraxisnet

In Berlin erkranken immer mehr Menschen an den Windpocken

06.03.2015

In Berlin ist die Zahl der Windpocken-Infektionen in diesem Jahr stark angestiegen. Bisher wurden insgesamt 240 Fälle gemeldet. Nach den Masern ist der Ausbruch der Windpocken in der Landeshauptstadt nun bereits die zweit Infektionserkrankung, vor der eine Impfung schützen könnte. Experten sehen die Impfmüdigkeit als Hauptursache für den Anstieg der Fallzahlen.

Windpocken nehmen bei Erwachsenen meist einen schwereren Verlauf als bei Kindern
Wie eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit am Mittwoch in Berlin mitteilte, seien bereits 240 Windpocken-Infektionen registriert worden. Allein in der vergangenen Woche wären 22 neue Fälle gemeldet worden. Nachdem die Behörden bereits 2014 einen deutlichen Anstieg verzeichnen konnten, scheint sich dieser Trend weiter fortzusetzen. Der Sprecherin zufolge ist die Impfmüdigkeit in Deutschland ein Grund für die Verbreitung der Krankheit. Innerhalb eines Jahres hätte sich die Patientenzahl auf 1.577 verdreifacht.

Vielen sei nicht bewusst, wie gefährlich eine Windpocken-Infektion sein könnte. Während die vom Varizella-Zoster-Virus ausgelöste Infektion bei Kindern meist milder verläuft, tritt sie im Erwachsenenalter zwar seltener, aber dafür mit einem meist schwereren Verlauf auf. Zu den Komplikationen gehören Meningoenzephalitis (Entzündung des Gehirns), Lungen- (Pneumonie) und Leberentzündung (Hepatitis). Bei rund 20 Prozent der Menschen, die bereits an Windpockenviren erkrankt waren, tritt in ihrem weiteren Leben mindestens einmal eine Gürtelrose (Herpes Zoster) auf. Im Körper verbliebene Varicella-Zoster-Viren, wandern entlang sensibler Nervenfasern in die Spinalganglien und verbleiben dort. Ist das Immunsystem beispielsweise stressbedingt geschwächt, können die Viren reaktiviert werden und eine Gürtelrose verursachen.

Zuletzt war durch die gestiegen Patientenzahlen bei Masern eine Debatte über eine gesetzliche Impfpflicht entstanden, die nun durch den aktuellen Windpocken-Aubruch erneut angeheizt werden könnte. (ag)

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>Bild: S.v.Gehren / pixelio.de