Nach überlebter Brustkrebs-Erkrankung nicht spät abends oder in der Nacht essen

Eine nächtliche Essenspause von 13 Stunden hilft Frauen, die eine Brustkrebs-Erkrankung überstanden haben, eine erneute Erkrankung zu vermeiden (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Alexander Stindt
Nächtliche Essenspause von 13 Stunden hilft, erneute Krebserkrankung zu vermeiden
Viele Patienten, die ihren Brustkrebs besiegt haben, leiden unter der Angst, dass ihre Erkrankung zurückkommen könnte. Wissenschaftler stellten nun fest, dass ein einfacher Tipp helfen kann, die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Erkrankung zu verringern. Wenn Frauen nachts für mindestens 13 Stunden keine Nahrung zu sich nehmen, sinkt dadurch die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Brustkrebs-Erkrankung.

Ein frühes Abendessen und ein spätes Frühstück könnten der Schlüssel für die Verhinderung einer erneuten Brustkrebs-Erkrankung sein. Wissenschaftler von der University of California fanden bei einer Untersuchung heraus, dass ehemals an Brustkrebs erkrankte Frauen, die nachts mindestens 13 Stunden nichts essen, eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine erneute Brustkrebserkrankung aufwiesen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung in der Fachzeitschrift „JAMA Oncology“.

Eine nächtliche Essenspause von 13 Stunden hilft Frauen, die eine Brustkrebs-Erkrankung überstanden haben, eine erneute Erkrankung zu vermeiden (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Eine nächtliche Essenspause von 13 Stunden hilft Frauen, die eine Brustkrebs-Erkrankung überstanden haben, eine erneute Erkrankung zu vermeiden (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Richtiges Essverhalten verringert Wahrscheinlichkeit für Rückkehr von Krebs um etwa 36 Prozent
Die Untersuchung beobachtete Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Diese hatten sich im frühen Stadium von ihrem Brustkrebs erholt. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, welche Veränderungen im Lebensstil die Rückkehr der Krankheit verhindern. Wenn Frauen in der Nacht mindestens dreizehn Stunden keine Nahrung zu sich nahmen, sank die Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr des Brustkrebses um etwa 36 Prozent, erklären die Forscher. Außerdem sank die Wahrscheinlichkeit in der nachfolgenden Zeit zu versterben, um etwa 21 Prozent, fügen die Mediziner hinzu.

Der Zeitpunkt unser Mahlzeiten könnte wichtig für unsere Gesundheit sein
Sollten auch zukünftige Studien bestätigen, dass gewohnheitsmäßiges längeres nächtliches Fasten unsere metabolische Gesundheit verbessert, wäre dies eine wichtige Entdeckung bei der Prävention von Krebserkrankungen, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf- Erkrankungen, erläutert Dr. Ruth Patterson von der University of California. Dies wäre eine einfache Strategie, um die Rückkehr von Brustkrebs zu stoppen. Der Zeitpunkt unserer Mahlzeiten könnte genauso wichtig für unsere Gesundheit sein, wie das verzehrte Essen selber, sagen die Mediziner. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein mehrtägiges Fasten unser Immunsystem neu starten und uns vor Entzündungen schützen kann, welche dafür bekannt sind, Krebs zu verursachen. Eine Verlängerung der nächtlichen Fastenzeit könnte eine einfache, nicht-pharmakologische Strategie zur Verringerung des Rückfallrisikos bei Brustkrebs und anderen Krebsarten sein, erklärt Hauptautorin Catherine Marinac von der University of California. Die frühere Forschung konzentrierte sich auf das, was wir zur Krebsprävention essen, dabei wurde aber nicht beachtet, wann wir unsere Mahlzeiten zu uns nahmen, erläutern die Experten.

Längeres nächtliches Fasten könnte helfen, chronische Erkrankungen zu reduzieren
Bei mehr als 50.000 Frauen wird jedes Jahr alleine in Großbritannien eine Krebs-Erkrankung diagnostiziert. Von diesen sterben innerhalb von zehn Jahren etwa 22 Prozent, weil die Krankheit zurückgekehrt ist oder gestreut hat, sagen die Wissenschaftler. Für ihre Untersuchung analysierten die Mediziner 2413 nicht-diabetische Frauen mit Brustkrebs, im Alter zwischen 27 und 70 Jahren. Die Daten wurden vom Jahr 1995 bis zum Jahr 2007 erhoben. Die Studie hatte gezeigt, dass die Verlängerung des nächtlichen Fastens eine einfache und praktikable Strategie sein kann, um den Rückfall von Brustkrebs zu verringern, erklären die Mediziner. Die Ergebnisse aus dieser Studie haben breite und erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Randomisierte Studien sind notwendig, um angemessen zu testen, ob das nächtliche verlängerte Intervall des Fastens hilft, das Risiko einer chronischen Erkrankung zu reduzieren, sagen die Experten.

Änderungen des Lebensstils können helfen, bieten aber keine Garantie
Brustkrebs ist komplex und es gibt eine Reihe von wichtigen Faktoren, die unser Risiko für die Entstehung von Brustkrebs beeinflussen. Nach Abschluss der Behandlung wollen betroffene Frauen wissen, was sie tun können, um ihre Überlebenswahrscheinlichkeit zu verbessern, erklären die Mediziner. Doch obwohl Veränderungen im Lebensstil helfen, das Risiko eines erneuten Auftretens von Krebs zu reduzieren, bieten sie keine Garantien dafür, dass die Krankheit nicht wieder zurückkehrt, fügen die Wissenschaftler hinzu. (as)

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