Nachbarn beschweren sich über „stark schwulen“ Garten

Fabian Peters
„Relentlessly Gay“: Der schwulste Garten der Welt
Eine Frau in den USA hatte zusammen mit den Töchtern ihren Garten unter anderem mit bunten Lichtern dekoriert. Nachbarn beschwerten sich, der Garten sei „schonungslos schwul“. Eine Kampagne, die die Frau daraufhin startete, brachte bereits über 40.000 US-Dollar ein.

Rainbow flag proudly waving against the blue sunny skies
(Bild: fotonen/fotolia.com)

Angenehme Nachbarschaft ist gut für die Gesundheit
Eine gute Nachbarschaft senkt das Herzinfarkt-Risiko. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der University of Michigan in einer Studie im vergangenen Jahr. Wie die Forscher damals berichteten, sei die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei angenehmer Nachbarschaft um bis zu 22 Prozent geringer. Für die Bewohnerin aus dem US-Bundesstaat Maryland bedeutet dies im Umkehrschluss, dass sie einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt ist: Ihre Nachbarn sind eher unangenehm, sie beschwerten sich, dass der Garten der Frau „relentlessly gay“ („schonungslos schwul“) sei.

Nachbarn beschweren sich über „schonungslos schwulen“ Garten
Julie Baker aus Baltimore dekorierte mit ihren Töchtern ihren Garten mit bunten Windlichtern in Regenbogenfarben. Einem offenbar homophoben Nachbarn passte das gar nicht. Als ein „besorgter Nachbar“ hinterließ er eine schriftliche Nachricht an der Tür der Witwe. Darauf wird ihr Garten als „schonungslos schwul“ bezeichnet und auch im Namen anderer darum gebeten, die Dekoration wieder zu entfernen. Zudem wird angeführt, dass es sich um eine christliche Gegend handele und dort auch Kinder sind. Das anonyme Schreiben droht auch mit der Polizei und fordert Respekt vor Gott ein.

Über 40.000 Dollar für bunteren Garten gesammelt
Die vierfache Mutter reagierte auf das Schreiben: Mit noch mehr Regenbogen. Sie startete eine Crowdfunding-Kampagne mit der sie nach eigenen Angaben Geld sammle, um ihren Garten noch viel mehr „relentlessly gay“ zu machen. Wie „huffingtonpost.de“ berichtet, schreibt Baker auf der Kampagnen-Webseite: „Ich brauche mehr Regenbögen. Viel mehr Regenbögen… Ich werde versuchen ein Regenbogen-Dach zu bekommen, wenn wir genug sammeln… Weil mein unsichtbarer, gnadenlos schwuler Drachen soll dort mit Stil leben soll!“ Sie erklärte aber auch, dass sie nicht auf Feindschaft aus sei. Die 47-Jährige will demnach vielmehr mit Schönheit, Humor und Liebe, die ihr Zuhause, ihren Garten und ihre Familie umgeben, zurück schlagen.Innerhalb von vier Tagen habe Baker bereits über 41.000 US-Dollar (etwa 36.000 Euro) gesammelt. Ihr Garten soll damit noch schöner und „schwuler“ gestaltet werden. Ihre Aktion ist nicht nur eine gute Antwort auf den Schwulenhass, sondern dient womöglich auch der Gesundheitsförderung in der Nachbarschaft. (ad)

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