Nachtisch für Grillfans: Früchte auf dem Rost

Heilpraxisnet

Wie Früchte auf dem Rost gegrillt werden

01.08.2014

Grillfans gelingen Fleisch, Bratwurst und Fisch meist ohne Probleme auf dem Rost. Etwas schwieriger ist die Zubereitung von Desserts über der heißen Glut. Die Nachrichtenagentur „dpa“ sprach mit Grillprofis über die besten Zubereitungsarten von Früchten, Gebäck und Törtchen auf dem Grill.

Früchte auf dem Rost sind der Klassiker unter den Grill-Desserts
Wenn die Bratwürstchen und Steaks verzehrt sind, ist der ideale Zeitpunkt für die Zubereitung von raffinierten Grill-Desserts über der Restglut. Anfänger können sich zunächst an frischen Früchten auf dem Rost versuchen. Deren Zubereitung ist leicht und sie überzeugen durch ihren Geschmack. „Den Früchten wird beim Erhitzen Wasser entzogen und damit eine Konzentration des Aromas bewirkt“, erläutert Andreas Bräuer von der Deutschen Grill- und BBQ-Schule in Erfurt gegenüber der Nachrichtenagentur. Zum Grillen eignen sich Früchte mit festem Fruchtfleisch wie Äpfel, Bananen, Mangos oder Ananas. Letztere kann sogar als Ganzes auf dem Grill gegart werden. Damit kleinere Beeren und kleinere Fruchtstücke nicht durch den Grillrost rutschen, sollten sie in Folie oder einer Schale auf den Grill gelegt werden. Alternativ können sie aufgespießt werden. „Damit sie nicht splittern, werden Holzspieße am besten vorher gewässert“, sagt André Karpinski, Chef des Catering-Unternehmens „Kaiserschote“ in Pulheim bei Köln zur Nachrichtenagentur. Die Spieße sollten aber nicht direkt sondern in einer Aluschale auf den Rost gelegt werden, sonst könnten die Früchte das Aroma der angebrannten Fleischmarinade annehmen.

Gefülltes Obst auf dem Rost ist besonders raffiniert
Auch für Grill-Obst gibt es raffinierte Rezepte für Marinaden. „Eine Cantaloupe-Melone wird halbiert und entkernt, das Fruchtfleisch mit dem Kugelausstecher portioniert, in Kokosmilch oder Likör mariniert und dann in der Schalenhälfte gegart“, erläutert Silke Kobr, Kochbuchautorin aus Memmingen gegenüber der Nachrichtenagentur. Rum, Likör und Honig eignen sich ebenfalls. So zum Beispiel bei Ananasstücken und Datteln, die abwechselnd auf gewässerte Holzspieße gesteckt und in Zitronensaft und Rum 60 Minuten mariniert werden. Anschließend sollten die Fruchtspieße pro Seite ein bis zwei Minuten gegrillt werden. Dazu kann cremig aufgeschlagene Sahne, die mit Honig und Vanillemark verrührt wurde, gereicht werden.

Wer bereits etwas geübter beim Grillen von Früchten ist, kann sich an Füllungen wagen. Dafür eignen sich Bananen sehr gut, da sie der Länge nach aufgeschnitten und gefüllt werden können. So kann Zartbitterschokolade mit Nüssen verrührt hineingefüllt werden. Damit die süße Masse nicht herausläuft, sollte die Banane zum Grillen in Alufolie eingewickelt werden.

Backwaren und Törtchen auf dem Grill zubereiten
Wer es noch raffinierter mag, sollte das Grillen von Backwaren ausprobieren. „Ein sehr hilfreiches Zubehör ist da ein Pizza-Stein, erläutert Kobr. Ein dünn ausgerollter Teig kann mit Früchten wie Äpfeln und Bananen sowie Nüssen, Schokoladencreme oder Honig belegt und beträufelt werden. Auf dem Pizzastein, lässt sich der Teig optimal backen. Kleingebäck kann dagegen in Folien-Verpackung auf den Grill gelegt werden. „Bei Kindern sehr beliebt sind Mürbeteig-Torteletts, die mit leicht auseinandergerissenen Marshmallows, Nuss-Nougat-Creme und Beeren belegt sind“, berichtet Karpinski. Törtchen, die in Folie gehüllt sind, sollten etwa 15 Minuten am Rande des Rosts gegrillt werden.

Noch spektakulärer wirken Eisbomben auf dem Grill. „Handelsübliches Speiseeis wird in viermal vier Zentimeter große Würfel geschnitten, ganz kalt gefroren, dann mit hauchdünnem Filou-Teig ummantelt und als Cube oder großes Bonbon am Rande des Grills auf dem Rost gegart“, erläutert Karpinski. Als Alternative können auch feuerfeste Förmchen dünn mit Mürbeteig ausgekleidet werden und mit Eis gefüllt werden. Darüber sollte eine dicke Schicht Eischnee aufgetragen werden, so dass das Eis nicht sofort auf dem Grill schmilzt.

Seit einigen Jahren geht der Trend zum geschlossenen Grill, der aufgrund seiner Umluftwirkung die Grillmöglichkeiten noch deutlich erweitere, wie Bräuer informiert. Darin könnten sogar Muffins, Obst-Crumbles und -Pies sowie Brownies zubereitet werden. „Der Deckel ist der Weg zum großen Grill-Glück“, so das Fazit des Experten von der Grill- und BBQ-Schule.

Bild: Jörg Brinckheger / pixelio.de