Nächtliche Atemaussetzer bei Übergewicht

Astrid Goldmayer

Übergewicht fördert nächtliche Atemaussetzer

31.05.2012

Übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für nächtliche Atemaussetzer. Rund 840.000 Frauen und mehr als 1,5 Millionen Männer zwischen 30 und 60 Jahren leiden in Deutschland unter der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe, so die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.

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Atemaussetzer stellen eine Gesundheitsgefahr dar
Menschen, die nachts schnarchen und sich tagsüber schlapp und unausgeschlafen fühlen sowie über Konzentrationsstörungen klagen, könnten an nächtlichen Atemaussetzern leiden. Experten sprechen von der obstruktiven Schlafapnoe, wenn Betroffene mehr als fünf Atemaussetzer pro Stunde haben. „Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur um die oberen Atemwege bei den Betroffenen sehr stark", erklärt Professor Karl Hörmann, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Direktor an der Universitäts-HNO-Klinik in Mannheim. "Dadurch fällt der obere Teil des Rachens zusammen und es kommt zu einer Behinderung der Atemwege und zu Atemaussetzern."

Stark übergewichtige Menschen haben das größte Risiko für Schlafapnoe und sind dementsprechend am häufigsten betroffen. Die Ursache für die Atemaussetzern bei Adipösen sind die Fettablagerungen in den oberen Atemwegen. Je mehr Fett abgelagert wird, desto geringer wird der Durchmesser der Atemwege. Die Folge ist eine gestörte unregelmäßige Atmung. „In schweren Fällen steigt Studien zufolge zudem das Risiko, an koronaren Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Typ-2-Diabetes zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden", berichtet der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. „Wer sein Gewicht um zehn Prozent reduziert, kann die Anzahl der Atempausen halbieren und damit auch die Beschwerden lindern."

Nicht auf dem Rücken schlafen
Menschen, die unter nächtlichen Atemaussetzern leiden, sollten beim Schlafen nicht auf dem Rücken liegen sowie Schlaftabletten, Alkohol und Nikotin vermeiden. Häufig ist eine Änderung des Lebensstils unerlässlich. Anatomische Engstellen im Nasen- und Rachenraum können die Schlafapnoe verstärken. Polypen, Verformungen der Nasenscheidewand oder vergrößerte Mandeln als Auslöser für die nächtlichen Atemaussetzer sind in diesem Zusammenhang möglich. Bei einigen Menschen verschließen sich die Atemwege im Schlaf kurzzeitig vollständig. Die Folge sind Atemaussetzer mit Weckreaktionen, die unbedingt medizinischer Abklärung und Behandlung bedürfen. (ag)

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