Nahrungsaufnahme in stiller Umgebung lässt Menschen weniger essen

Wenn wir bei der Nahrungsaufnahme in einer stillen Umgebung sind und unsere Kau-Geräusche hören können, essen wir weniger. Wissenschaftler bezeichenen dies als den Chrunch-Effekt. (Bild: gkrphoto/fotolia.com)
Alexander Stindt
Wenn wir unsere Kaugeräusche hören, essen wir weniger und bewusster
Viele Menschen versuchen etwas abzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es verschiedene Methoden, wie beispielsweise Diät und sportliche Aktivität. Oder Sie essen einfach weniger, indem sie auf den Klang ihres Kauens hören. Eine aktuelle Untersuchung stellte fest, dass wir weniger essen, wenn wir unsere Kaugeräusche hören.

Gehören Sie zu den Menschen, die ständig versuchen weniger zu essen oder einige Kilo abzunehmen? Dann könnten die Ergebnisse einer neuen Studie ihnen vielleicht helfen. Wissenschaftler von der Brigham Young University und der Colorado State University stellten jetzt fest, dass der Klang des Kauens dazu beiträgt, dass wir weniger essen. Die Mediziner veröffentlichten ihre Arbeit in der Fachzeitschrift „Food Quality and Preference“.

Wenn wir bei der Nahrungsaufnahme in einer stillen Umgebung sind und unsere Kaugeräusche hören können, essen wir weniger. Wissenschaftler bezeichenen dies als den Crunch-Effekt. (Bild: gkrphoto/fotolia.com)
Wenn wir bei der Nahrungsaufnahme in einer stillen Umgebung sind und unsere Kau-Geräusche hören können, essen wir weniger. Wissenschaftler bezeichenen dies als den Crunch-Effekt. (Bild: gkrphoto/fotolia.com)

Ruhige Umgebung erhöht Bewusstsein für die Nahrungsaufnahme
Wenn sie bei der Nahrungsaufnahme ihr eigenes Kauen hören, essen sie weniger, sagen die Mediziner. Also schalten Sie Ihr Radio und Ihren Fernseher aus, wenn Sie Ihre Mahlzeiten zu sich nehmen. Eine ruhige Umgebung hilft uns, weniger zu essen, weil es unser Bewusstsein für die Nahrungsaufnahme erhöht. Durch diesen kleinen und einfachen Trick könnten wir eventuell einige Kilo abnehmen. Das entdeckte Phänomen wird der „Crunch-Effekt“ genannt, sagen die Wissenschaftler. Bisher haben Verbraucher und Forscher die Geräusche beim Essen von Lebensmitteln nicht sonderlich beachtet, erläutert Professorin Gina Mohr von der Colorado State University. Die Forscher sprechen hierbei nicht über das Zischen von Speck oder dass Knallen von Popcorn, sondern Geräusche, die beim Kauen entstehen.

Forscher versuchen die Auswirkung des „Crunch-Effektes“ zu verstehen
Wenn sie beim Essen gerne Fernsehen, fehlt Ihnen ein wichtiger Sinn bei der Nahrungsaufnahme. Das kann dazu führen, dass Sie mehr Essen zu sich nehmen, sagen die Experten. Die Forscher führten drei getrennte Versuche über die Wirkung des „Crunch-Effektes“ durch. Dabei stellten die Mediziner fest, dass schon das Denken an Essgeräusche dabei helfen kann, den Konsum beim Essen zu verringern. Die faszinierende Entdeckung war, dass die Menschen weniger essen, wenn der Ton des Kauens intensiver ist, sagen die Autoren. In der Studie trugen die Probanden Kopfhörer, auf denen entweder laut oder leise ein Rauschen zu hören war, während sie verschiedene Snacks aßen. Desto lauter der Lärm das Geräusch des Kauens überdeckte, umso mehr aßen die Probanden. In der Gruppe mit dem lauten Rauschen aßen die Teilnehmer vier Brezeln, im Vergleich zu 2,75 Brezeln, die Teilnehmer in der „stillen“ Gruppe konsumierten, erklären die Mediziner.

Immer mehr Menschen essen vor dem Fernseher
Die Auswirkungen scheinen im ersten Moment nicht wirklich groß zu sein. Es handelt sich ja nur um eine Brezel, aber im Laufe einer Woche, eines Monats oder eines ganzen Jahres könnte sich die zusätzliche Nahrungsaufnahme drastisch summieren, warnen die Experten. Menschen sollten also nicht nur den Geschmack und das Aussehen von Lebensmitteln beachten, sondern auch den Ton, den die Speisen beim Essen machen. Dies könnte den kleinen Unterschied machen, der Verbraucher weniger essen lässt, sagen die Mediziner. Essen vor dem Fernseher sei in den letzten Jahrzehnten immer beliebter geworden und immer mehr Familien würden ihr Essen auf dem Sofa vor dem Fernsehgerät zu sich nehmen. So sollen angeblich vier von zehn Eltern ihr Kind jede Mahlzeit vor dem Fernseher essen lassen, erklären die Wissenschaftler. (as)

Advertising