Pollenallergie: Nasenklammern helfen gegen Heuschnupfen

Fabian Peters
Kleiner Filter auf der Nase verringert Symptome um mehr als 50 Prozent
Wenn die Temperaturen steigen, leiden wie jedes Jahr wieder Millionen Menschen unter einer Pollenallergie. Oft können die typischen Beschwerden wie Schnupfen, Niesen und gerötete Augen durch bewährte Hausmittel bei Heuschnupfen oder Medikamente gelindert werden. Doch Antihistaminika können teilweise auch zu unangenehmen Nebenwirkungen wie beispielsweise starker Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel führen. Ein neu entwickelter „Nasenfilter“ könnte eine neue Alternative bieten, denn dieser soll die Beschwerden deutlich minimieren.

Nasenklammer fungiert wie ein Filter und wehrt Pollen ab
Eine Nasenklammer als Mittel gegen Heuschnupfen? Was zunächst befremdlich klingt, könnte möglicherweise zukünftig eine wirkungsvolle Hilfe für Pollernallergiker sein. Wie die dänische Universität Aahaus berichtet, habe eine aktuelle Studie gezeigt, dass die Symptome auf diesem Wege um mehr als 50% reduziert werden könnten. Die Ergebnisse wurden erst kürzlich auf dem jährlichen Kongress der „European Academy of Allergy and Clinical Immunology“ (EAACI) in Barcelona vorgestellt.

Girl sitting in a meadow with dandelions and has hay fever or allergy
Mit einer speziellen Nasenklammer lassen sich die Heuschnupfen-Symptome deutlich reduzieren. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Für die Untersuchung hatte das Wissenschaftlerteam um Torben Sigsgaard und Peter Sinkjaer Kenney von der Uni Aahaus insgesamt 65 allergische Probanden untersucht, die für jeweils zwei Tage eine spezielle Nasenklammer trugen. Diese funktioniert im Grunde wie ein Filter, indem ein nahezu durchsichtiges Geflecht das Eindringen von Pollen in die Nase verhindert, dabei aber die Atmung nicht auffallend erschwert.

Probanden mit funktionstüchtigem Filter erleben deutliche Abnahme der Beschwerden
Zuvor hatten die Forscher die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die eine mit einer funktionsfähigen und die andere mit einer wirkungslosen Klammer ausgestattet wurde. In den folgenden zwei Tagen beobachteten Torben Sigsgaard und sein Team nun, in welchem Umfang die klassischen Heuschnupfen-Beschwerden wie eine ständig laufende Nase, dauerndes Niesen oder gerötete, brennende Augen bei den Probanden auftraten und dokumentierten zudem deren Gemütszustand. Die Wissenschaftler kamen zu einem signifikanten Ergebnis, denn denjenigen, die eine funktionierende Klammer getragen hatten, ging es deutlich besser als denen mit einem filterlosen Placebo.

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Besonders wirksam als Präventionsmaßnahme
„Der Nasenfilter reduzierte eine Reihe der häufigsten Symptome von Heuschnupfen wie Niesen, laufende Nase und tränende Augen um mehr als die Hälfte“, so Professor Torben Sigsgaard in der Mitteilung der Universität Aarhaus. Als besonders wirksam hatte sich die Klammer dabei als Vorbeugemaßnahme gezeigt: „Starteten die Teilnehmer die Nutzung der Filter noch vor Symptomausbruch, waren die Auswirkungen noch deutlicher. Das betrachten wir als Hinweis auf eine präventive Wirkung des Nasenfilters“, erläutert Sigsgaard weiter. Wer das kleine Werkzeug also vorbeugend eingesetzt hatte, war demnach den ganzen Tag über frei von Beschwerden wie zum Beispiel Niesen und tränenden Augen. Bei den laufenden Nasen hatte es immerhin eine Verminderung von 84 Prozent im Vergleich zu der Placebo-Gruppe gegeben. Die Verbesserungen der Beschwerden durch den Einsatz der kleinen Klammern seien damit größer als diejenigen, die in ähnlichen Studien in Bezug auf medizinische Behandlungen erreicht wurden, so die Mitteilung.

„Darüber hinaus fühlten sich die Teilnehmer mit den funktionsfähigen Nasenfiltern auch insgesamt nicht schlecht, obwohl der Pollengehalt in der Luft am zweiten Tag deutlich stärker war als am ersten“, erklärt Peter Sinkjaer Kenney. Dies weise darauf hin, „dass der Nutzen des Pollenfilters mit dem Anstieg von Pollen in der Luft immer besser wird.“ Darüber hinaus zeigte sich, dass die Klammer offenbar in der Lage war, Müdigkeit um mehr als 50% im Vergleich zur Placebo-Gruppe zu reduzieren.

„Das ist interessant, denn Schläfrigkeit stellt eine der bekanntesten Nebenwirkungen einiger häufig verwendeter Antihistaminika dar, zudem kann die Allergie selbst auch noch Müdigkeit auslösen“, so Sigsgaard. Demnach könnte der „Wach-mach-Effekt“ für viele Betroffene möglicherweise den größten Mehrwert des Nasenfilters bedeuten – wann dieser käuflich zu erwerben ist, sei jedoch noch nicht klar. Zuvor solle eine weitere Studie mit mehr als 1000 Allergikern neue Erkenntnisse zur Anwenderfreundlichkeit der Klammer bringen. Diese würden laut den Forschern demnächst im Fachmagazin „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht. (nr)

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