Natürliche Therapie bei Ganzkörperschmerzen

Heilpraxisnet

Radontherapien helfen gegen Fibromyalgie

15.05.2014

Über eine Million Menschen leiden in Deutschland an einer rätselhaften Krankheit: Fibromyalgie. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Muskelschmerz, der an den verschiedensten Körperregionen auftreten kann. Dieser Faser-Muskel-Schmerz betrifft in erster Linie Frauen. Doch bis diese einen Namen für die Krankheit haben, bei der über 100 Begleitsymptome bekannt sind, vergehen oft Jahre. Denn mit der Diagnose tun sich viele Ärzte schwer, manche schieben sie als psychische Erkrankung beiseite, andere leugnen gar, dass es sie überhaupt gibt. Dabei würde es vielen Patientinnen leichter fallen, wenn sie einen Namen für ihr Leiden hätten, selbst wenn es heute noch keine Heilungsmöglichkeiten gibt. Aber es stehen Alternativen wie Kuren mit Radonbehandlungsserien bereit, die zumindest für einige Monate die Schmerzen deutlich reduzieren.

„Viele Betroffene leiden neben starken Muskelschmerzen unter ständigem Krankheitsgefühl, entzündeten Schleimhäuten, Reizmagen, Schlafstörungen oder Depressionen“, berichtet Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Radon-Experte und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen. Bei ihrer Suche nach Behandlungsoptionen stoßen viele Betroffene auf Radontherapien in ehemaligen Bergwerkstollen. Viele Hundert Meter tief im Berginneren tritt Radon natürlich aus dem Gestein aus. Um es therapeutisch zu nutzen, fahren Betroffene mit einem Zug auf die Therapiestationen. Patienten nehmen bei einer einstündigen Therapieeinheit, die sie im Liegen verbringen, das Edelgas über Haut und Lunge in niedrigen Mengen auf. Im Körper regt es die Zellreparatur an und wirkt immunstabilisierend und entzündungshemmend. Vor allem aber hemmt es die Übermittlung von Schmerzbotenstoffen, was zu verringerten Schmerzen führt. „Erfahrungen zeigen, dass die Radontherapie sich dadurch positiv auf Medikamentenbedarf und das Erschöpfungsgefühl auswirkt“, ergänzt Dr. Hölzl. Dieser positive Effekt hält meist über viele Monate an. „93 Prozent der Fibromyalgie-Patienten beurteilten die Ergebnisse einer Radonwärmetherapie als gut.“ Manchmal kommen tief unter der Erde weitere zusätzlich wirksame Bedingungen hinzu. Zum Beispiel tropische Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. „Die sogenannte Radonwärmetherapie wird gerade von Patienten mit Fibromyalgie-Symptomen als ausgesprochen muskelentspannend und schmerzlindernd beschrieben.“

Ergänzend sollten Fibromyalgie-Betroffene Maßnahmen wie physikalische Therapie, Sporttherapie, ganzheitliche Bewegungstherapie, Übungen zum sanften Muskelaufbau und Entspannungsverfahren durchführen. Doch auch dies geht ohne Schmerzen leichter von der Hand. Kuren mit Radonbehandlungsserien sind von Krankenkassen anerkannt, der Umfang der Kostenübernahme bedarf einer Bewilligung der Krankenkasse. Ansonsten kostet beispielweise eine Anwendung im Gasteiner Heilstollen etwa 60 Euro. (pm)

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