Natürlicher Schutz: Cranberry-Saft kann den Antibiotika-Einsatz stark verringern

Cranberry Saft schmeckt nicht nur lecker und ist gesund, er könnte auch dabei helfen den übermäßigen Einsatz von Antibiotika zu verringern. (Bild: marilyn barbone/fotolia.com)
Alexander Stindt
Inhaltsstoffe in Cranberries schützen vor Infektionen, deshalb benötigen wir weniger Antibiotika
Experten auf der ganzen Welt suchen nach Wegen, um den Einsatz von Antibiotika zu verringern. Forscher stellten jetzt fest, dass Frauen durch das regelmäßige Trinken von Cranberry-Saft viel weniger Harnwegsinfektion (HWI) erleiden. Diese Infektion ist ein häufiger Grund für den Einsatz von Antibiotika.

Die Wissenschaftler von der Boston University fanden ihrer Untersuchung heraus, dass viel weniger Antibiotika genutzt werden müssten, wenn Frauen häufiger Cranberry-Saft trinken würden. Cranberries enthalten Substanzen, die bakteriellen Infektionen verhindern können. Dadurch wird beispielsweise vermieden, dass Frauen einen Harnwegsinfekt erleiden. Dieser ist wiederum oft der Grund für einen Einsatz von Antibiotika. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“.

Cranberry-Saft schmeckt nicht nur lecker und ist gesund, er könnte auch dabei helfen, den übermäßigen Einsatz von Antibiotika zu verringern. (Bild: marilyn barbone/fotolia.com)
Cranberry-Saft schmeckt nicht nur lecker und ist gesund, er könnte auch dabei helfen, den übermäßigen Einsatz von Antibiotika zu verringern. (Bild: marilyn barbone/fotolia.com)

Frauen mit häufigen Harnwegsinfekten sollten mehr Cranberry-Saft trinken
Weltweit warnen Mediziner vor den Gefahren von antibiotikaresistenten Bakterienstämmen. Diese haben in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, sagen die Experten. Schuld daran ist unter anderem der zu häufige Einsatz von Antibiotika. Forscher stellten jetzt fest, dass weniger Antibiotika genutzt werden müssten, wenn Frauen mehr Saft aus Cranberries trinken würden. Schon der Konsum von 240 ml pro Tag reduzierte in den Versuchen die Symptome von Patienten, die anfällig für Harnwegsinfektionen waren, um etwa vierzig Prozent, erläutern die Mediziner.

Der chronischen Übernutzung von Antibiotika muss entgegen gewirkt werden
Zum jetzigen Zeitpunkt ist das primäre Ziel die bessere Behandlung und Vermeidung von Harnwegsinfekten, um so den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, sagen die Autoren. Eine Art Nebenwirkung der häufigen Verschreibung von Antibiotika sei die Entwicklung von Bakterienstämmen, die resistent gegen alle bekannten Arten von Antibiotika sind, erläutert Professor Kalpana Gupta von der Boston University. Durch die chronische Übernutzung dieser Medikamente steigen die Resistenzen global mit einer alarmierenden Geschwindigkeit, fügt der Forscher hinzu. Einige Experten schätzten bereits in der Vergangenheit dieses Problem als eine größere Gefahr für die Menschheit ein, als die Bedrohung durch Krebserkrankungen. Aus diesem Grund müssen ernsthafte Maßnahmen ergriffen werden, um dieses Problem zu verhindern, sagen die Experten.

Sechs von zehn Frauen leiden unter Harnwegsinfekten
Harnwegsinfekte gehören zu den am häufigsten auftretenden bakteriellen Infektionen. Jedes Jahr gibt es über 150 Millionen Harnwegsinfektionen weltweit. Sechs von zehn Frauen leiden in ihrem Leben unter dieser schmerzhaften Infektion, erläutern die Mediziner. Bis zu einem Viertel aller betroffenen Frauen erlebe dann einen Rückfall innerhalb der nächsten sechs Monate. Die Symptome umfassen einen starken, anhaltenden Harndrang und ein brennendes Gefühl beim Urinieren, erklären die Wissenschaftler.

Studie untersucht knapp 400 Frauen mit vorherigen Harnwegsinfekten
Für die Studie wurden 373 Frauen in den Vereinigten Staaten und Frankreich untersucht. Die Forscher versuchten dabei festzustellen, ob wiederholte Infektionen durch das Trinken von Cranberry Saft vermieden werden können. Alle Probanden waren gesunde Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 40 Jahren, die mindestens zwei Harnwegsinfekte im letzten Jahr erlebt hatten, sagen die Autoren. Allen Teilnehmern wurden entweder tägliche Dosen von etwa 240 ml Cranberry-Saft verabreicht oder sie erhielten eine Placebo-Getränk. Die Rate der Harnwegsinfekte sank deutlich bei den Trinkern von Cranberry-Saft. Bei der Cranberry-Gruppe gab es nur 39 Diagnosen von Infekten, verglichen mit 67 Fällen in der Placebo-Gruppe, erläutern die Mediziner.

Trinken Sie Cranberry-Saft zur Prävention
Cranberries enthalten Chemikalien, einschließlich sogenannter Typ-A-PACs (Proanthocyanidine). Diese haben antibakterielle Eigenschaften, um beispielsweise Infektionen durch E. Coli zu verhindern. Die meisten Leute machen den Fehler, mit dem Trinken des Cranberry-Safts zu warten, bis sie bereits unter einer Harnwegsinfektion leiden, aber sobald die Symptome beginnen, benötigen sie wahrscheinlich bereits Antibiotika, warnt Prof. Gupta. Der Schlüssel, um den schützenden Effekt von Cranberries zu nutzen, sei der tägliche Konsum von mindestens einem Glas des Saftes. So ist es möglich die schmerzhafte Infektionen komplett zu vermeiden, erklärt Professor Kalpana Gupta. (as)

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