Naturheilkunde: Weidenrinde lindert Kopfschmerzen

Sebastian

Weidenrinde kann Fieber und Kopfschmerzen lindern

19.06.2012

Schon im Altertum und Mittelalter wussten die Menschen von der natürlichen Heilkraft der Weidenrinde. Die Baumrinde ist ein ideales Schmerzmittel der Naturheilkunde und wird vor allem bei Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt. Dabei wirkt Weidenrinde fast genauso gut wie Aspirin, nur ohne Nebenwirkungen. Der Grund: Die Rinde enthält den Wirkstoff Salicin und gilt in der Wissenschaft als Vorstufe von dem in Schmerzmitteln verwendeten Stoff Acetylsalicylsäure (ASS).

Mittel der Naturheilkunde gegen Schmerzen und Fieber
Bereits der griechische Mediziner Hippokrates setzte auf die lindernden Wirkungsweisen der Weidenrinde. So wurde schon damals das natürliche Mittel bei Schmerzen jeglicher Art eingesetzt. Heute weiß die Forschung, dass die enthaltende Substanz Salicin Entzündungen hemmt, Schmerzen mindert und das Fieber senkt, erklärt Dr. Miriam Ortiz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren am Universitätsklinikum in Berlin. Der Vorteil: Salicin produziert keine unerwünschten Nebenwirkungen.

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„Es kommt aber auf die richtige Dosierung an“, wie die Medizinerin warnt. Daher sollten Patienten nicht die Rinde aus dem heimischen Garten verwenden, sondern auf Präparate aus den Apotheken oder Reformhäusern zurückgreifen. Besser sei, so die Ärztin, bei bekannten Ursachen von leichten Schmerzen Weidenrinde-Tee oder Fertigpräparate einzunehmen. "Erwachsene dürfen bei akuten Beschwerden bis zu fünfmal täglich eine Tasse als Aufguss von einem Teelöffel Weidenrinde (ca. 1,5 g) zu sich nehmen." Die tägliche Dosis beträgt bei Präparaten aus der Apotheke etwa 60 bis 120 Milligramm. Sind die Beschwerden akut, kann kurzfristig die Tagesdosis bis auf 240 Milligramm gesteigert werden, berichtet Ortiz.

Keine Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren
Für eine dauerhafte Anwendung sei Weidenrinde, wie alle anderen Arzneipflanzen, nicht geeignet. Auch wenn es sich um Naturstoffe handelt, heißt das nicht, dass sie nicht auch unerwünschte Beschwerden provozieren können. Kleinkinder sollten die Mittel nicht einnehmen, warnt die Allgemeinmedizinerin: "Tee und Präparate empfehlen sich auch nicht für Kinder bis zwölf Jahren und bei einer bekannten Salicylsäureüberempfindlichkeit."

In Studien konnten keine Gerinnungsstörungen wie bei Aspirin festgestellt werden. Soll Weidenrinde zusätzlich zu gerinnungshemmenden Arzneimitteln eingenommen werden, empfiehlt sich im Vorfeld eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt, betont die Expertin für Naturheilverfahren.

Klinische Studien zeigten Wirksamkeit
Die Forschungen zur Wirksamkeit der Weidenrinde sind noch nicht gänzlich abgeschlossen. Allerdings konnte in mehreren Doppelblindstudien die Wirkkraft erwiesen werden. So zeigten sich Positiveffekte bei Patienten mit Rückenschmerzen und Arthritis und eine Überlegenheit gegenüber Placebo-Pillen. (Studie: "Rheumatherapie mit Phytopharmaka, 1999). Die Forscher resümierten, dass die Weidenrinde vor allem für Patienten eine Alternative darstelle, die aufgrund schwerer Leiden ständig auf Schmerzmittel angewiesen sind. Denn pharmazeutische Mittel schädigen auf Dauer die Leber, Magen, Nieren und können bei Überdosierungen sogar zum Tode führen. „Wissenschaftsstudien deuten auf eine überaus gute Verträglichkeit des Magen-Darm-Traktes hin.“, so das Forscherteam. (sb)