Naturmittel Olivenöl hilft bei juckender Kopfhaut

Fabian Peters

Naturheilkunde: Olivenöl als altes Hausmittel gegen juckende Kopfhaut

03.04.2012

Bei juckender Kopfhaut kann Olivenöl helfen. Einmal wöchentlich sei eine Ölkur für die Kopfhaut zu empfehlen, erklärte Dirk Meyer-Rogge, Experte des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen, in Berlin. Wobei neben unterschiedlichen Hautkrankheiten und Pilzinfektionen oder einem Befall mit Kopfläusen auch einen tendenziell zu trockene Haut als Auslöser in Betracht kommt.

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Können Kopfläuse als Ursache des unangenehmen Kopfhautjuckens ausgeschlossen werden, ist häufig einen trockene, empfindliche Haut Anlass der Beschwerden, erläuterte Dirk Meyer-Rogge. Doch während Betroffene trockenen Stellen „am Körper mit Cremes begegnen“, cremen wir uns „auf der Kopfhaut nicht ein“, betonte der Experte vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Stattdessen werde die Kopfhaut durch reinigende Shampoos zusätzlich entfettet und strapaziert. Abhilfe könnte hier laut Aussage von Meyer-Rogge eine wöchentliche Haarkur mit Olivenöl bieten.

Oftmals ist die Ursachen für das Jucken eine zu trockenen Kopfhaut. Hier kann Olivenöl als Hausmittel Abhilfe schaffen, erläuterte Meyer-Rogge. Allerdings sollte vor der Anwendung der Ölkuren sichergestellt werden, dass keine anderen Erkrankungen Ursache der Beschwerden sind. Hier kann oft schon eine oberflächliche Inaugenscheinnahme durch Freunde oder einen Arzt Aufschluss bringen und zum Beispiel Kopfläuse oder auch Ekzeme als Auslöser identifizieren. Die Ekzeme sind durch starke Hautrötungen, Bläschenbildung, Schwellungen und Schorf gekennzeichnet. Kopfläuse sind mit dem bloßen Auge als winzige schwarze Tierchen zu erkennen und „keineswegs ein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern treten in allen Gesellschaftsschichten auf“, erläuterte Dirk Meyer-Rogge. Unter Umständen steckt auch eine „Pilzinfektion hinter dem Jucken“, die „zum Beispiel durch Haustiere übertragen werden“ kann, so der Experte weiter.

Sind weder Kopfläuse, noch eine Pilzinfektion oder Ekzeme die Ursache des Kopfhautjuckens, liegen häufig allgemeine Hautirritationen den Beschwerden zu Grunde. Diese gehen meist auf eine tendenziell zu trockenen Kopfhaut zurück, welche ihrerseits durch unterschiedliche Faktoren bedingt werden kann, erklärte Meyer-Rogge. Da die Haut der „Spiegel der Seele“ sei, spiele hier oftmals auch Stress eine entscheidende Rolle, so die Aussage des Experten vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Im Ergebnis fehle der Haut Feuchtigkeit, wodurch diese spröde wird und ein verstärkter Juckreiz entsteht. Abhilfe könnten feuchtigkeitsspendende Cremes schaffen, doch „auf der Kopfhaut cremen wir uns nicht ein“, betonte der Dermatologe.

Als Hausmittel empfiehlt Meyer-Rogge daher Olivenöl, das als Kur auf die Kopfhaut aufgetragen werden kann. Dabei sollte die Ölkur einmal wöchentlich abends vor dem Schlafengehen mit einer Pipette oder kleinen Spritze auf die Kopfhaut geben werden und über Nacht einwirken, erklärte der Karlsruher Dermatologe. Um die Bettwäsche zu schonen, können Anwender „auf das Kopfkissen ein Handtuch legen“, so Meyer-Rogge weiter. Am nächsten Morgen könne das Olivenöl durch Haarewaschen mit einem milden Shampoo wieder entfernt werden. Allerdings sollte hierbei „bitte kein Shampoo gegen Schuppen“ verwendet werden, „sondern eines, das zur täglichen Reinigung empfohlen wird“, betonte Dirk Meyer-Rogge. Auch könne die Olivenölkur nur gegen die Trockenheit der Kopfhaut helfen, bei Infektionen oder schwerwiegenderen Hauterkrankungen biete dieses bewährte Hausmittel kaum Hilfe, so die Aussage des Experten.

Wird der Juckreiz von Schmerzen begleitet, sei ohnehin dringend ein Besuch beim Arzt zu empfehlen, da in solchen Fällen das unangenehme Jucken der Kopfhaut auch Folge einer Gürtelrosse oder einer bakterielle Infektion sein kann, erläuterte Meyer-Rogge. Bei glatzköpfigen Männern beziehungsweise Männern mit äußerst wenig Haaren, ist laut dem Experten des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen ebenfalls besondere Vorsicht geboten, da die rauen, juckenden Stellen auf der Kopfhaut hier erste Anzeichen einer Krebsvorstufe sein können. (fp)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de