Nebenwirkungen bei Antidepressiva

Sebastian

Mehr Nebenwirkungen bei Antidepressiva als bisher angenommen.

(21.04.2010) Antidepressiva werden bei diagnostizierten mittelschweren und schweren Depressionen in der psychatrischen Medizin angewendet. Bekannt war, dass Antidepressiva Nebenwirkungen verursachen, allerdings nicht in diesem Ausmaß, wie jetzt bekannt wurde. Denn laut Wissenschaftlern des "Rhode Island Hospital" verursachen Antidepressiva Medikamente 20 mal mehr Nebenwirkungen, als bisher bekannt war. Laut Veröffentlichung der Studienergebnisse im Fachjournal "Journal of Clinical Psychiatry" würden Mediziner Nebenwirkungen der Medikamente nicht ausreichend vermerken. Die Folge: Die allgemeinen Erkenntnisse über auftretene Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen von Antidepressiva seien unzureichend. Die Medizinier schlagen nun vor, Fragebögen an die Patienten zu verteilen, damit eine Beurteilung der Nebenwirkungen statt finden könnten. Dieser Schritt könnte helfen, die Wirkungsweisen der Medikamente besser einzuschätzen. Zudem könnten Patienten besser über Nebenwirkungen aufgeklärt und eigenmächtige Abbrüche verhindert werden.

Schwere Nebenwirkungen bei Antidepressiva kann bei Kindern und Jugendlichen ein gesteigerter Hang zur Suizidalität (Selbsttötung) sein. Bei Erwachsenen konnte dieser Zusammenhang bislang nicht einwandfrei festgestellt werden. In der Wissenschaft wird dieser Zusammenhang sehr kontrovers diskutiert, da schwere Depressionen zur Suizidalität führen können. Antidepressiva selbst führen nicht zur körperlichen Abhängigkeit. Allerdings werden neben den konventionellen Antidepressiva- Medikamenten auch Beruhigungsmittel wie Lorazepam und Diazepam eingesetzt. Diese Arzneien können sehr wohl abhängig machen.

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Alternativ können pflanzliche Arzneien aus der Naturheilkunde verwendet werden. Diese kommen dann in Betracht, wenn die Depression nur leicht ausgeprägt ist. Auch als zusätzliche Medikation können Mittel aus der Naturheilkunde verwandt werden. Hierbei sollte jedoch eine Rücksprache mit dem behandelnen Arzt statt finden.

In Frage kommt beispielsweise das Johanniskraut. Seine stimmungsaufhellende Wirkung entfaltet sich in Tee- und Tablettenform, als Tropfen oder Injektionen. Johanniskraut bietet sich vor allem zur Therapie von saisonal abhängiger Depression (depressive Episode) an. Weitere positive Auswirkungen konnten auch bei der Zitronenmelisse sowie beim indischen Basilikum und der Rose beobachtet werden. Meditation, Yoga, Tai Chi, Autogenes Training, Lichttherapie und Progressive Muskelentspannung können ebenfalls bei leichten Depressionen helfen. (sb)