Neigungen zum Frühaufsteher oder Nachtmenschen stecken in den Genen

Unsere Gene bestimmen offensichtlich unser Schlafverhalten. (Bild: bmf-foto.de/fotolia.com)
Fabian Peters
Wissenschaftler entdecken Zusammenhang zwischen Genen und Tagesrhythmus
Gehören Sie zu den Menschen, die morgens immer früh aufstehen? Dann sind Sie wohl ein sogenannter „Frühaufsteher“. Forscher fanden jetzt heraus, dass unsere Gene einen erheblichen Einfluss auf den persönlichen Tagesrhythmus haben.

Woran liegt es eigentlich, dass manche Menschen bis zum Mittag schlafen und andere Personen jeden Morgen sehr früh aufwachen? Diese Frage versuchten Wissenschaftler der San Jose State University in Kalifornien zu beantworten. In einer großen Untersuchung stellten sie fest, dass es eine genetische Grundlage geben könnte, die unseren Tagesrhythmus beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden von den Forschern in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Unsere Gene bestimmen offensichtlich unser Schlafverhalten. (Bild: bmf-foto.de/fotolia.com)
Unsere Gene bestimmen offensichtlich unser Schlafverhalten. (Bild: bmf-foto.de/fotolia.com)

15 Regionen des menschlichen Genoms bestimmen, ob wir ein „Morgenmensch“ sind oder nicht
Manche Menschen wachen einfach jeden Morgen sehr früh auf, egal ob sie arbeiten müssen oder es ein freier Tag ist. Andere würden am liebsten jeden Tag bis mittags schlafen. Was reguliert in unserem Körper, ob wir eher früh aufstehen oder nicht? Forscher versuchten eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dafür untersuchten sie in ihrer Studie etwa 90.000 Menschen, deren Genome vorher sequenziert wurden. Dabei fanden die Mediziner heraus, dass unsere Gene vielleicht der Grund dafür sind, ob wir Frühaufsteher oder Nachtschwärmer sind. Fünfzehn Regionen des menschlichen Genoms wirken sich auf die Tatsache aus, ob wir ein Morgenmensch sind oder nicht, sagen die Forscher. Es wurde auch festgestellt, dass frühaufstehende Menschen generell gesünder sind als Langschläfer. Sogenannte Nachteulen scheinen besonders anfällig für Depressionen und Adipositas zu sein, behaupten die Mediziner. Weitere Forschung sei allerdings erforderlich , um relevante Beweise zu finden, die diese Behauptung untermauern.

„Morgenmenschen“ haben meist niedrigen BMI und seltener Depressionen
In der Studie wurden die Probanden zu ihren Schlafgewohnheiten und ihrem Lebensstil befragt. Die Untersuchung entdeckte eine allgemeine Präferenz zum frühen Aufstehen. Die Daten zeigten auch, dass die meisten der Teilnehmer sich selber nicht als Frühaufsteher betrachten, sagen die Mediziner. Viele der früh aufstehenden Menschen, waren Frauen oder Erwachsene im Alter über 60 Jahren. Darüber hinaus wurde jetzt entdeckt, dass einige Gene unser Schlafverhalten beeinflussen, die zuvor nicht mit unserem Schlafverhalten assoziiert wurden. Mit den neuen Informationen aus der Studie könnten wir die Genetik hinter einer Vielzahl von Bedingungen und Krankheiten erkennen, erläutern die Experten. So können wir in Zukunft hoffentlich ein besseres Verständnis für solche Probleme entwickeln. Morgenmenschen haben einen niedrigeren BMI und eine geringere Wahrscheinlichkeit Depression zu entwickeln, behaupten die Wissenschaftler.

Der Tagesrhythmus (circadiane Rhythmus) ist eine universelle Eigenschaft von Lebewesen. Sowohl Menschen und Tiere besitzen einen Schlaf-Wach-Rhythmus. Dieser beeinflusst fast jeden biologischen Prozess, erklären die Forscher. Die Phasen der sogenannten circadianen Rhythmen bestimmen somit auch unsere angeborene Neigung früh aufzustehen oder nachts lange wach zu bleiben, erläutern die Mediziner. Im Volksmund wird der circadiane Rhythmus auch als „innere Uhr“ bezeichnet. Unsere Gene können uns zeigen, ob wir Frühaufsteher oder Nachtschwärmer sind berichten die Forscher. Das könnte ein echter Durchbruch in der Medizin werden, sagen die Experten. Ärzte könnten durch die Ergebnisse neue Behandlungen entwickeln und effizinetere Zeitpläne für Menschen mit Schlafproblemen aufstellen. (as)

Advertising