Nelson Mandela in Krankenhaus eingeliefert

Fabian Peters

Der frühere südafrikanische Präsident und ANC Aktivist Nelson Mandela liegt im Krankenhaus

27.01.2011

Nelson Mandela liegt in Johannesburg im Krankenhaus. Der 92-jährige Friedensnobelpreisträger und frühere südafrikanische Präsident habe sich dort zu einer Routineuntersuchungen eingefunden und sei insgesamt „guter Dinge“, berichtete die Nelson Mandela Stiftung am Mittwoch.

Mehr zum Thema:

„Nelson Mandela ist noch immer im Krankenhaus von Milpark in Johannesburg, wo er eine Routineuntersuchung durchläuft“ teilte auch die Partei „African National Congress (ANC)“, deren Anführer Mandela über viele Jahre war, am Donnerstag mit. Gleichzeitig riefen die Sprecher der regierenden ANC die Bevölkerung dazu auf, nicht in Panik zu geraten, denn Mandela sei zwar kein junger Mann mehr, doch er werde medizinisch gut versorgt und es bestehe kein Anlass schlimmeres zu befürchten.

Klinik verweigert Informationen über Gesundheitszustand
Informationen von Seiten der Ärzte zu dem Gesundheitszustand des ehemals führenden Anti-Apartheid-Kämpfers wurden seit der Krankenhauseinlieferung Mandelas nicht bekannt. Sämtliche Zugänge zu dem Krankenhaus werden von Poliztisten kontrollierte, um die Belagerung des früheren südafrikanischen Staatspräsidenten durch Journalisten zu verhindern. Lediglich enge Vertraute haben Zugang. So waren Mandelas jetzige Ehefrau Graça Machel mit Tochter Josina, weitere Angehörige sowie die persönliche Assistentin Mandelas, Zelda la Grange, bereits zu Besuch. Auch Mandelas Ex-Frau, Winnie Madikizela-Mandela, die früher ebenfalls eine wichtige Rolle in der Anti-Apartheidsbewegung einnahm, hat ihrem Ex-Mann im Verlauf des Donnerstagvormittags einen Besuch abgestattet.

Prostatakrebs als mögliche Ursache?
Bereits seit Jahren verschlechtert sich der Gesundheitszustand Mandelas kontinuierlich. Im Jahr 2001 wurde erstmals über eine Prostatakrebs-Erkrankung des damals 83-Jährigen berichtet. Diese hatte für den Friedensnobelpreisträger nach einer Strahlentherapie zwar keine weiteren gesundheitlichen Konsequenzen, doch mit zunehmendem Alter baute Mandela immer weiter ab. Da die Diagnosen seines Gesundheitszustandes jedoch bis heute gehütet werden wie Staatsgeheimnisse, können sich Journalisten und Interessierte aus aller Welt nur anhand der wenigen öffentlichen Auftritte, bei denen Mandela noch zu gegen ist, ein vages Bild von seinem Zustand machen. Dabei wirkte Mandela zuletzt im Jahr 2010 sehr gebrechlich, teilweise auch abwesend. Allerdings war unmittelbar zuvor auch seine 13-jährige Urenkelin Zenani Mandela in Folge eines Autounfalls verstorben. Doch die Tatsache das Mandela Interview-Anfragen seit einiger Zeit kategorisch ablehnt und selbst hohe Staatsgäste nur noch in Ausnahmefällen empfängt, deutet darauf hin, dass es mit seiner Gesundheit insgesamt nicht zum Besten steht. Madiba, wie ihn die Südafrikaner mit seinem traditionellen Clannamen nennen, lebte bis zu seiner Krankenhauseinlieferung zurückgezogen im Kreis seiner Familie in seinem Haus im Johannesburger Stadtteil Houghton.

Die meisten Südafrikaner sind um den Gesundheitszustand besorgt
Auch wenn Mandela im öffentlichen Leben kaum noch auftritt, verehren ihn die meisten Südafrikaner und sind besorgt aufgrund der aktuellen Krankenhauseinlieferung. „Madiba wir lieben Dich“ steht auf einem Transparent an einer Schule neben dem Krankenhaus. Und im Internet kursieren Kommentare wie: „Gott, beschütze Mandela, die Welt ist noch nicht bereit, ihn zu verlieren!“ Seinen Kampf gegen die Apartheid und Rassendiskriminierung, die 27-jährige Haft, die er dafür in Kauf genommen hat und sein Engagement für einen friedlichen Übergang nach seiner Freilassung im Februar 1990, ist nicht nur den Afrikanern in bleibender Erinnerung. Er gilt heute neben Martin Luther King und Malcolm X als einer der wichtigsten Vertreter im Kampf gegen die weltweite Unterdrückung der Schwarzen. Von 1994 bis 1999 regierte Mandela als Präsident von Südafrika und engagierte sich nach seinem Rücktritt mit Hilfe mehrere von ihm gegründeter Stiftungen weiterhin für wohltätige Zwecke. Eine der Stiftung widmet sich dabei der kostenlosen Vergabe von Medikamente an Aids-Infizierte, einem in Afrika durchaus kontrovers diskutierten Thema. Mandelas zweiter Sohn Makgatho Mandela war im Januar 2005 im Alter von 54 Jahren in Johannesburg an den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS verstorben. (fp)

Bild: Andreas Willfahrt / pixelio.de