Neue aber eigentlich alte Ernährungsempfehlungen für Veganer

Oft hilft es bei fettiger Haut schon, die Ernährung umzustellen. (Bild: M.studio/fotolia.com)
Alfred Domke
Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt Empfehlungen für Veganer
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Positionen zu veganer Lebensweise veröffentlicht. Wie auch schon in der Vergangenheit weisen Experten darauf hin, dass eine einseitige Ernährung zu einer mangelnden Nährstoffversorgung führen kann. Doch aus gesundheitlichen Gründen sprechen viele Argumente für eine fleischfreie Ernährung.

Positionen zu veganer Ernährung veröffentlicht
Schätzungen des Vegetarierbunds (Vebu) zufolge verzichten immer mehr Deutsche auf tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier. Etwa 1,1 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung lebt aus moralischen und ethischen Gründen vegan. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat nun auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Literatur eine Position zur veganen Ernährung erarbeitet. DGE-Präsident Prof. Helmut Heseker hatte dies bereits im Vorjahr bei der Fachveranstaltung „Vegetarisch und vegan – Nur ein Trend?“ angekündigt. „Wir können nicht auf jeden Hype aufspringen, aber jetzt ist die Zeit einfach reif dafür“, begründete der DGE-Präsident.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat ihre Positionen für Veganer veröffentlicht. Gesundheitsexperten warnen vor einem Nährstoffmangel durch einseitige Ernährung. (Bild: M.studio/fotolia.com)
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat ihre Positionen für Veganer veröffentlicht. Gesundheitsexperten warnen vor einem Nährstoffmangel durch einseitige Ernährung. (Bild: M.studio/fotolia.com)

Gründe für fleischfreie Ernährung gibt es genug
„Bei einer rein pflanzlichen Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich“, schreiben die Experten. „Der kritischste Nährstoff ist Vitamin B12. Zu den potenziell kritischen Nährstoffen bei veganer Ernährung gehören außerdem Protein bzw. unentbehrliche Aminosäuren und langkettige n3-Fettsäuren sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen)“, so die DGE. Neu ist dies nicht. Ernährungs- und Gesundheitsexperten weisen schon seit langem darauf hin, sich zu erkundigen, welche Lebensmittel die meisten Nährstoffe enthalten und wie Veganer einem Vitamin-B-12-Mangel vorbeugen können. Und Gründe für eine fleischfreie Ernährung gibt es genug. So kamen verschiedene wissenschaftliche Studien zu dem Ergebnis, dass dadurch das Risiko von Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt sowie anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt werden kann. Und: Vegetarier bekommen seltener Darmkrebs.

Drohendem Nährstoffmangel vorbeugen
Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten sich laut DGE nicht rein pflanzlich ernähren. Die Experten raten Menschen, die bewusst auf alle tierischen Lebensmittel verzichten wollen, dies nur mit Hilfe eines Ernährungsberaters und unter ständiger ärztlicher Kontrolle zu tun. Den durch den Verzicht auf sämtliche tierischen Lebensmittel drohenden Nährstoffmangel müsse mit Nahrungsergänzungsmitteln vorgebeugt werden. Die durch Nährstoffmangel hervorgerufenen Gefahren seien vielfältig und reichen von einer erhöhten Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu schweren neurologischen Störungen und Entwicklungsverzögerungen.

Vorteile durch bestimmte Lebensmittel
Die DGE weist in ihrem Positionspapier darauf hin, dass eine vegane Ernährung nicht zwingend ernährungsphysiologisch günstig und gesundheitsfördernd sein muss. Vor allem vegane Fertig- und Ersatzprodukte, wie Wurst- und Käseimitate seien zum Teil hoch verarbeitet und enthielten viele Zusatzstoffe, Fett, Salz sowie zugesetzten Zucker. Die Vorteile einer pflanzenbetonten Ernährung, wie niedrigeres Körpergewicht und geringeres Risiko für Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten kommen demnach nur dann zum Tragen, wenn vorrangig gesunde Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen, wertvolle Pflanzenöle und Vollkornprodukte konsumiert werden. (ad)

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