Neue Kuhmilch-Alternative aus Buchweizen, Hafer und Amaranth

Fabian Peters

Forscher präsentieren Alternative zur Kuhmilch

Viele Menschen möchten gerne auf den Verzehr von Kuhmilch verzichten. Eine mögliche Milchalternative könnte ein pflanzliches Produkt aus Buchweizen, Hafer und Amaranth sein, das von zwei jungen Studierenden der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) entwickelt wurde.


Gemeinsam mit der Geowissenschaftlerin Swenja Rosenwinkel hat Paavo Günther die Idee der Milchalternative entwickelt. Ihre als der Havelmi*** bezeichnete Milch soll vor allem den Anforderungen der Nachhaltigkeit Rechnung tragen, könnte jedoch auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten Vorteile bieten – insbesondere für Menschen, die Kuhmilch nicht gut vertragen. Der Businessplan stehe bereits und bis Ende des Jahres soll es eine regional produzierte Milchalternative für den Brandenburger und Berliner Markt geben, so die Mitteilung der HNEE.

Viele Menschen vertragen keine Kuhnmilch. Eine Alternative könnte hier ein pflanzliches Produkt aus Buchweizen, Hafer und Amaranth bieten. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Vegane Milchalternative mit Bioqualität gefragt

Nach eigenen Angaben hatte Paavo Günther die Idee zur Entwicklung der Milchalternative beim Anblick eines Kaffeegedecks auf einer Konferenz für Nachhaltigkeit – links die Kaffeetasse, rechts die Milch. Da habe er sich „gefragt, warum in Zeiten, in denen stets über den eigenen ökologischen Fußabdruck diskutiert wird, in einem Flächenland wie Brandenburg eigentlich noch niemand eine vegane Milchalternative hergestellt hat, die zudem noch Bioqualität besitzt“, so der Unternehmensgründer weiter.

Vor zwei Jahren entstand die Idee

Auch die hohen Kosten für importierte Sojamilch haben den Forscher zum Nachdenken angeregt und so entstand vor rund zwei Jahren die Idee zu Havelmi***, als Pflanzenmilchprodukt, das regional produziert und vertrieben werden soll. Seither ist viel geschehen. Günther hat Kontakt mit Getreideproduzenten und Händlern aufgenommen und Gespräche mit den Konsumenten geführt. Vor allem mit einer Mosterei in Ketzür (Landkreis Potsdam-Mittelmark) stehe er seitdem in intensivem Kontakt und dort soll am Anfang auch produziert werden, berichtet Paavo Günther.

Ende des Jahres bereits erste Kostprobe?

Ziel ist es, bereits bis Ende dieses Jahres eine erste Kostprobe zu ermöglichen und wenn es soweit ist, können Kundinnen und Kunden die Rezepte, an denen derzeit noch gefeilt werde, auch selbst ausprobieren, erläutert Günther. Anhand eines QR-Codes auf den Mehrwegflaschen sollen zudem alle wichtigen Informationen auslesbar sein und es werde auch Aufschluss über den Entstehungsprozess von Havelmi*** gegeben. Laut Paavo Günther ist es den Gründern besonders „wichtig, transparent zu sein und zugleich einen Beitrag für die solidarische Landwirtschaft zu leisten.“ Dies bedeute aber auch, dass die Milchalternative nicht im Supermarkt zu finden sein werde. Vielmehr sehe er sein Produkt im Direktvertrieb, in sogenannten FoodCoops (Einkaufsgemeinschaften für zumeist regionale Produkte) und ausgewählten Cafés.

„Dass ich zugleich das Studium an der HNEE angefangen habe, war für mich eine logische Konsequenz“, betont Paavo Günther, der an der HNEE „Nachhaltige Unternehmensführung“ studiert. Hier lerne er nicht nur Fakten über das nachhaltige Wirtschaften und Umweltmanagement in Unternehmen kennen, sondern könne auch seine eigene Unternehmensidee als praktisches Beispiel in die Lehre einbringen. Auch habe er hier Kontakt zu Ökolandwirten, die an anderen Fachbereichen der HNEE studieren und finde so vielleicht weitere Partnerinnen und Partner, um das Team von Havelmi*** zu erweitern. (fp)