Neue Lichttherapien – Diese Brille verbessert Schlaf und Leistungsfähigkeit

Alexander Stindt

Wie wirkt sich ein verbessertes Schlafverhalten auf Kinder aus?

Viele Eltern von kleinen Kindern oder Jugendlichen dürften folgende Probleme kennen: Ihr Kind schläft viel zu wenig und in der Schule fehlt es häufig an Aufmerksamkeit, weswegen die schulische Leistung des Kindes leidet. Forscher haben jetzt eine sogenannte Lichttherapie-Brille entwickelt, welche zu einem verbesserten Schlaf beitragen und sogar das Lernen und die kognitiven Fähigkeiten bei Teenagern fördern kann.


Die Wissenschaftler der Flinders University in Australien stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine neu erfundene Lichttherapie-Brille den Schlaf von Teenager verbessert und Lern- und kognitive Fähigkeiten fördert. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Adolescence“.

Durch den Einsatz einer sogenannten Lichttherapie-Brille können der Schlaf und die schulische Leistung von Kindern und Jugendlichen verbessert werden. (Bild: Robert Kneschke – fotolia)

Verbesserung der kognitiven Leistung durch Lichttherapie-Brille?

Die neu erfundenen Brillen wurden bereits kürzlich in Studien eingesetzt, um ihre Nützlichkeit bei der Überwindung von akuten und chronischen Schlafproblemen bei Teenagern zu demonstrieren. Diese speziellen Lichttherapie-Brillen könnten noch weitere Auswirkungen auf den Menschen haben und zu verbesserten kognitiven Fähigkeiten bei Jugendlichen und junge Erwachsenen ohne anerkannte Schlafstörungen führen, sagen die Forscher. Dies könnte wiederum dazu beitragen, die kognitiven Leistungen der Betroffenen zu verbessern.

Studie untersucht Kurzzeitgedächtnis und Informationsverarbeitung

Die sogenannte Bright-Light-Therapie war für den Schlaf und die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen mit verzögerter Schlaf-Wachphasen-Störung von Vorteil, welche in einer Kinder-und Jugendschlafklinik behandelt wurden, erläutern die Experten. Die aktuelle Untersuchung baut auf einer früheren Studie auf, welche den Schlaf von Teenagern bei der Verwendung von Lichttherapie-Brillen im Rahmen einer neuartigen Schlafintervention an Gymnasien erhöhte. Die neue Forschung ging noch einen Schritt weiter, indem sie auch Aspekte von IQ-Tests untersuchte, wie beispielsweise das Kurzzeitgedächtnis und die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung.

Behandlung ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft

Es zeigte sich, dass die Behandlung in vielerlei Hinsicht vorteilhaft ist. Die Schlafmuster der Teilnehmer verbesserten sich, aber auch die kognitiven Leistungen stiegen an, erklärt Studienautorin Dr. Cele Richardson von der Flinders University. Diese Auswirkungen erwiesen sich als sehr hilfreich für Jugendliche, welche an der Studie teilgenommen haben und unter ernsthaften Schlafproblemen litten. Die festgestellten Ergebnisse könnten in Zukunft eine breitere Anwendung finden, mutmaßen die Experten.

Studie hatte 60 jugendliche Probanden

Die kontrollierte Studie bewertete eine sogenannte Lichttherapie zur Behandlung der verzögerten Schlaf-Wachphasen-Störung bei 60 jungen Menschen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren. Die Teilnehmer nahmen drei Wochen an einer Lichttherapie teil und wurden dann drei Monate nach der Behandlung erneut untersucht. Angesichts der Ergebnisse der Untersuchung gehen die Forscher davon aus, dass ähnliche Interventionsstrategien, insbesondere bei Jugendlichen mit spätem, aber nicht klinisch verzögertem Schlaftiming, breiter eingesetzt werden können, um die kognitiven Leistungen der Betroffenen zu verbessern. Dabei sei insbesondere die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung betroffen.

Chronische Schlafstörung reduziert kognitive Leistung

Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass sich der Zusammenhang zwischen Schlaf und kognitiver Leistung im Jugendalter verändert, wenn eine Schlafstörung chronisch wird (bekannt als verzögerte Schlaf-Wachphasen-Störung), erklären die Wissenschaftler. Jugendliche mit verzögerter Schlaf-Wachphasen-Störung schätzten ihre Leistung bei kognitiven Aufgaben außerdem deutlich schlechter ein, verglichen mit normal schlafenden Teilnehmern. Dies konnte auch beobachtet werden, wenn die Leistung in Wirklichkeit nicht schlechter ausfiel. Die Beobachtung könnte darauf hindeuten, dass Jugendliche mit Schlaf-Wachphasen-Störung negative Erwartungen bezüglich ihrer Leistung als Folge von schlechtem Schlaf haben, mutmaßen die Forscher.

Weitere Forschung ist nötig

Weitere Forschung in diesem Bereich wird nun als oberste Priorität angesehen, da es durchaus möglich ist, dass die generelle Lernfähigkeit von Jugendlichen von ähnlichen Schlafstrategien profitieren könnte, fügen die Wissenschaftler hinzu. (as)