Neue Muttermilchbank am Freiburger Universitätsklinikum eröffnet

Fabian Peters
Am Universitätsklinikum Freiburg ist eine neue Muttermilchbank gestartet
Vielfach wurden in den vergangenen Jahren die Vorteile der Muttermilch für die Gesundheit des Nachwuchses wissenschaftlich belegt. „Besonders Frühgeborene profitieren von den einzigartigen Bestandteilen der Muttermilch, die ihnen unter anderem einen natürlichen Schutz gegen Infektionen und schwerwiegenden Darmproblemen bietet“, so die Mitteilung des Universitätsklinikums Freiburg. Um die Verfügbarkeit von Muttermilch auch bei Frauen zu gewährleisten, die selber keine oder nicht ausreichend Milch produzieren, wurde nun die erste Frauenmilchbank deutschlandweit in Freiburg initiiert.

Mütter von Frühgeborenen bilden laut Angaben des Universitätsklinikums Freiburg „oftmals nur wenig oder sogar keine Milch.“ Bisher sei in solchen Fällen eine Frühchen-Ernährung auf Basis künstlicher Säuglingsnahrung erforderlich gewesen. Eine bessere Alternative sei jedoch der Einsatz gespendeter Muttermilch, berichtet das Freiburger Uniklinikum unter Berufung auf die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Hier soll die neue Muttermilchbank künftig Hilfe bieten.

Erste Muttermilchbank in Baden-Württemberg eröffnet. (Bild: cicisbeo/fotolia.com

Optimale Versorgung der Früh- und Neugeborenen
Am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg wurde unter Leitung des Neonatologen und Pädiatrischen Intensivmediziners Dr. Daniel Klotz die erste Frauenmilchbank Baden-Württembergs eröffnet. „Hier können Mütter von Früh- oder Neugeborenen, die über den Bedarf ihres eigenen Kindes hinaus einen Überschuss an Muttermilch bilden, ihre Milch für die optimale Ernährung von anderen Frühchen im Klinikum spenden“, so die Mitteilung des Universitätsklinikums.

Muttermilch wird für die Lagerung aufbereitet
Für die Lagerung in der Frauenmilchbank wird die gespendete Muttermilch zunächst mikrobiologisch untersucht und bei Bedarf pasteurisiert. Anschließend erfolgt die Lagerung bei minus 20 Grad Celsius. „Die Milch steht nach der Aufbereitung zum Verzehr für Frühgeborene und kranke Neugeborene, die keine Milch der eigenen Mutter erhalten, zur Verfügung“, so die Mitteilung des Uniklinikums. Als Spenderinnen seien Mütter anderer Neu- und Frühgeborener, die auf der neonatologischen Intensivstation des Universitätsklinikums Freiburg behandelt werden, vorgesehen. Die Frauen werden besonders ausgewählt und auf Erkrankungen getestet, erläutern die Mediziner.

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Deutliche Vorteile der Muttermilch für den Nachwuchs
„Ziel unserer Frauenmilchbank ist es, alle sehr kleinen Frühgeborenen der eigenen Abteilung mit Muttermilch zu versorgen, damit diese von den wertvollen Bestandteilen der Muttermilch profitieren können“, betont Dr. Klotz. So seien Frühgeborene, die mit gespendeter Muttermilch anstatt künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, unter anderem deutlich seltener von schwerwiegenden Darmkomplikationen betroffen und sie zeigen eine bessere Nahrungsverträglichkeit. Darüber hinaus werde auch eine bessere neurologische Entwicklung bei Frühgeborenen durch die Muttermilch vermutet, so das Uniklinikum weiter. Laut Dr. Klotz liefert „die Frauenmilchbank einen wichtigen Baustein in der optimalen Betreuung unserer kleinsten Frühgeborenen.“ (fp)