Neue Rinderkrankheit überträgt sich auf Menschen

Heilpraxisnet

Eine neue Rinderkrankheit bedroht auch Landwirte. Nach Angaben der Behörden haben sich erste Landwirte bereits mit Botulismus infiziert.

Eine neue Rinderkrankheit mit der Bezeichnung Botulismus bedroht nicht nur Tiere, sondern auch Menschen die mit den erkrankten Rindern in Kontakt geraten sind. Vor allem Landwirte sind durch den engen Kontaktt mit den erkrankten Rindern bedroht. Nach bereits bestätigten Angaben des Landwirtschaftsministerium sind mehrere Landwirte bereits erkrankt.

Mehrere Bauern aus dem Norden sind bereits erkrankt, wie die Behörden mitteilten. Die Betroffenen haben sich bei ihren Rindern mit der Krankheit Botulismus angesteckt. Erste Anzeichen für die chronische Erkrankung sind zunehmende Schwäche (Müdigkeit) und Krafteinbußen, Beschwerden beim Wasserlassen, trockene Augen, sowie häufig auftrenener Durchfall und Verstopfung. Darauf wies Prof. Dr. Dirk Dressler von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hin.

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Zunahme der Krankheitsfälle
Das Landwirtschaftsministerium in Kiel bestätigte vor allem eine Zunahme von Erkrankungen im Kreis Steinburg. Vor gut einem Jahr wurden in dieser Region etwa 850 Rinder getötet, die an Muskellähmungen, Bewegungsstörungen und Geschwüren litten. Damals stand allerdings noch nicht fest, wie viele Rinder tatsächlich an Botulismus erkrankt waren. Nach Ansicht des ARD-Magazins „Report Mainz“ soll es sehr wahrscheinlich der größte Anteil der Rinder-Herde gewesen sein. Als Ursache vermuten Experten, dass die Botulismus-Erkrankungen durch eine nicht-fachgerechte Zubereitung des Futters hervor gerufen wurde. Botulismus wird oftmals bei Rindern durch kontaminiertem Futter hervorgerufen.

Breitet sich die Rinderkrankheit aus?
Viele Landwirte und Menschen in den ländlichen Regionen befürchten nun, dass die Seuche sich weiter ausbreiten kann und damit auf die Menschen überspringt. Doch nach Ansicht des Prof. Dirk Dressler besteht die Gefahr einer Massenseuche unter Menschen nicht. "Nach unseren Untersuchungen gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Krankheit massive oder gar lebensbedrohliche Ausmaße für den Menschen hat", betonte Dressler. Nicht alle Bauern die mit den erkrankten Tieren in Kontakt kamen, seien infiziert worden. Eine Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch konnte ebenfalls noch nicht festgestellt werden. Allerdings sind sich in dieser Frage die Experten nicht einig. In dem ARD Fernsehmagazin „Report Mainz“ warnte die Mikrobiologin Prof. Monika Krüger von der Universität Leipzig vor einer Ausbreitung der Seuche auch unter Menschen.

Die genauen Ursachen der Rinderkrankheit „Botulismus“ sind bislang nur kaum untersucht und derzeitigen Erkenntnisse nur sehr ungenügend. Doch die Behörden wollen sich nun dafür einsetzen, dass die Ursachen genauen analysiert werden. Schwierig sei es vor allem, die Beschwerden von anderen möglichen Erkrankungen abzugrenzen. Symptome wie aufgeblähter Bauch (Blähungen), verzögerte Reflexe, Fruchtbarkeitsstörungen sowie ein gestörtes Allgemeinbefinden könnten genauso gut für zahlreiche andere Krankheiten sprechen. Das landwirtschaftsministerium hält die Bezeichnung „Seuche“ für Übertrieben. Es sei momentan nicht gerechtfertigt, von solchen Ausmaßen zu sprechen, wie es hieß.

Therapie bei Botulismus
Gegen Botulismus gibt es derzeit keine wirkungsvolle Therapie. Allerdings werden in Südafrika Antitoxine und Impfstoffe für Rinder vom Typ C und D hergestellt, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Um Rinder dennoch damit zu behandeln, müssen sich Landwirte eine Sondergenehmigung einholen. Allerdings ist der Einsatz von Antitoxinen häufig zu spät, da die Erkrankung zumeist fortgeschritten ist.

Vorbeugung
Landwirte können einen Ausbruch der Erkrankung verhindern, in dem sie auf eine hygienische Futterzubereitung achten. Dünger und Silagen dürfen keine Tierkadaver enthalten. Grünflächen sollten von innen nach außen gemäht werden. Stall, Weide, Tränken und Futterlagerstätten sollten regelmäßig auf Tierkadaver untersucht werden. Ratten und Mäuse können ebenfalls Überträger sein und sollten deshalb fachgerecht bekämpft werden. Die Weiden, auf denen die Kühe sich aufhalten, sollten nie mit Geflügelmist gedüngt werden. (sb, 13.10.2010)

Bildnachweis: Joujou / pixelio.de