Neue Studie: Akupunktur im Gehirn wirksam?

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Neue Studie: Akupunktur im Gehirn wirksam?

Britische Wissenschaftler haben mittels Gehirnscans und funktionellen MRTs herausgefunden, dass Akupunktur nicht im Körper, sondern direkt im Gehirn wirkt. Die Wissenschaftler von der britischen Universität York und deren Medical School veröffentlichten ihre Studie in dem internationalen Fachmagazin „Brain Research“. Das Magazin hat sich der Publikation von multidisziplinären Studien der Hirnwissenschaften verschrieben.

Untersucht wurden 17 Personen- allesamt RechtshänderInnen. Bei ihnen wurde der rechte LI-4- (Hegu-) Punkt, der auf dem Handrücken liegt, akupunktiert.

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Die VersuchteilnehmerInnen wurden noch einmal unterteilt in Probanden, die Schmerzen empfanden und solche die das sogenannte „Deqi“- Gefühl wahrnahmen. Dies ist das Gefühl, das bei der Wirkung schon seit Urzeiten in der Akupunktur beschrieben wird: Es kann aus Wärme, Hitze, Kribbeln, Ameisenlaufen, Kälte, etc… bestehen.

Bei denjenigen TeilnehmerInnen, die dieses Gefühl angaben, wurde mittels der bildgebenden Geräte anhand der Durchblutung eine Deaktivierung von bestimmten Hirnarealen gemessen, die mit der Schmerzempfindung zu tun haben. Bei der anderen Gruppe wurden dieses Bereiche eher aktiviert.

Objektiv wissenschaftlich bewiesen scheint laut den Wissenschaftler nun zu sein, dass Akupunktur bestimmte Gehirnareale und Funktionen beeinflussen kann. Wie und ob sich Schmerzen damit beeinflussen lassen, sagt die Studie nicht aus. Hier werden momentan weitere Studien an der Universität York durchgeführt, die den Einfluss von Akupunktur auf das Reizdarm- Syndrom und Depressionen testen.

Sollten die Studien der Wissenschaftler nachweisbare Ergebnisse bringen, dann wäre dies sicherlich ein Segen für das britische Gesundheitsssystem, da die Akupunktur ausser den Nadeln zur Behandlung nicht viel benötigt wird und somit eine kostengünstige Therapieform darstellt.

Allerdings warnen Beobachter davor, einzelne Wirkungen der Akupunktur zu losgelöst von dem Medizinsystem dahinter zu sehen. Die Grundlagen der Akupunktur gehen auf die Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zurück, die ca. 2000 Jahre alt sind.

Sie beinhalten die Vorstellung einer Lebenskraft, Qi genannt. Diese sollte sich in unserem Körper in einem ständigen Fluß bewegen. Kommt es hier zu Ungleichgewichten oder Störungen, können Beschwerden entstehen. Hierbei handelt es sich um ein grundlegend anderes Gesundheit- Krankheit- Verständnis, als dies in der westlichen etablierten Medizin der Fall ist.

Wenn sich der Einsatz der Akupunktur zu sehr von seinen philosphischen und theoretischen Wurzeln entfernt, könnte dies negative Folgen auf den Behandlungserfolg haben. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 09.02.2010)