Neue Studie: Bessere Bildung reduziert das Risiko für Herzleiden

Alexander Stindt
Kann Bildung Menschen wirklich vor Herzerkrankungen schützen?
Sicherlich ist Bildung wichtig für unser Berufswahl und unser ganzes weiteres Leben, aber wirken sich einige zusätzliche Jahre an einer Universität auch positiv auf unsere Lebenserwartung aus? Forscher fanden jetzt heraus, dass Menschen mit einer Studienzeit an einer Universität von drei Jahren eine um etwa ein Drittel reduzierte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Herzerkrankungen aufweisen.
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Ein Team von Wissenschaftlern des University College London (UCL), der internartional anerkannten Oxford University und der University of Lausanne stellten bei seiner Untersuchung fest, dass eine erhöhte Bildung vor Herzerkrankungen schützen kann. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ).

Viele Menschen auf der ganzen Welt versterben jährlich an den Folgen von Herzerkrankungen. Mediziner fanden heraus, dass zusätzliche in Bildung investierte Zeit vor der Entstehung von Herzerkrankungen schützen kann. (Bild: hriana/fotolia.com)

Mediziner untersuchen 162 genetische Varianten in 543.733 Teilnehmern
Die aktuellen Erkenntnisse liefern die bislang stärksten Belge dafür, dass die Erhöhung der Anzahl der Jahre, welche die Menschen zur Verbesserung ihrer Bildung aufwenden, das Risiko einer koronaren Herzkrankheit erheblich verringern kann, erklären die Forscher. In ihrer Studie analysierten die Wissenschaftler, ob Bildung ein Risikofaktor für die Entwicklung von koronaren Herzerkrankungen sein kann. Dafür untersuchten sie insgesamt 162 genetische Varianten in 543.733 Männern und Frauen. Sie fanden dabei heraus, dass die genetische Prädisposition für mehr Zeitaufwand in der Bildung mit einem geringeren Risiko für koronare Herzerkrankungen verbunden zu sein scheint.

Bildung wirkt sich auch auf den BMI und das Blutfettprofil aus
Wenn Menschen sich zusätzliche 3,6 Jahre fortbilden, was einem Hochschulabschluss ähnelt, reduziert sich dadurch laut Aussage der Forscher das Risiko für eine koronare Herzkrankheit um etwa ein Drittel. Die genetische Prädisposition für eine längere Zeit der Bildung war auch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit des Rauchens, einem niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) und einem günstigeren Blutfettprofil verbunden, erklärt der Autor Dr. Taavi Tillmann vom University College London.

Ergebnisse der Studie stehen im Einklang mit Erkenntnissen aus anderen Untersuchungen
Die Ergebnisse blieben auch nach weiteren Sensitivitätsanalysen weitgehend unverändert und stehen im Einklang mit Erkenntnissen aus anderen Studien. Die Erhöhung der Zahl der Jahre, welche Menschen in Bildung investieren, kann ihr Risiko für eine spätere Entwicklung koronarer Herzerkrankungen in erheblichem Maße senken, fügt Dr. Tillmann hinzu.

Wie vermeide ich eine Herzerkrankung?
Erkrankungen am Herzen sind weltweit für die meisten Todesfälle verantwortlich und kosten jedes Jahr schätzungsweise 17,5 Millionen Menschenleben. Es gibt allerdings verschiedene Möglichkeiten, wie Herzerkrankungen sich vermeiden lassen.

  1. Männer sollten sich 17.000 Schritte pro Tag bewegen, Frauen mindestens 16.000 Schritte.
  2. Begrenzen Sie Ihre Fettaufnahme auf 38 Gramm pro Tag.
  3. Nehmen Sie höchstens 11 Gramm gesättigte Fette pro Tag zu sich.
  4. Männer sollten mindestens sieben Stunden am Tag körperlich aktiv sein, Frauen mindestens sechs Stunden.
  5. Nur zehn Prozent des Tages sollten inaktiv verbracht werden.
  6. Fisch und Fleisch sollten nur in moderater Menge verzehrt werden.
  7. Verzichten Sie so gut es geht auf Alkohol und Zigaretten.
  8. Bleiben Sie auch im gehobenen Alter noch körperlich aktiv. Menschen über 65 Jahren sollten mindestens 15.000 Schritte am Tag machen.
  9. Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte, soziales Engagement kann Ihr Herz schützen.

Eine verbesserte Bildung der Bevölkerung sollte angeregt werden
Die neuen Erkenntnisse sollten politische Diskussionen über die zunehmende Bildungserweiterung in der allgemeinen Bevölkerung zur Verbesserung der Gesundheit anregen, so das Fazit der Forscher. (as)