Neue Studie der UK Biobank könnte Heilmittel für Demenz, Herzkrankheiten und Krebs finden

Eine neue Studie der UK Biobank macht Scans der Organe und des Gehirns von 100.000 freiwilligen Probanden. Die Mediziner hoffen, dass die Ergebnisse zukünftig helfen können, neue Behandlungsmethoden und Medikamente zu entwickeln. (Bild: Kot63/fotolia.com)
Alexander Stindt
Weltweit größte Untersuchung von Gehirnen und Organen könnte revolutionäre Ergebnisse bringen
Wissenschaftler versuchen in der bisher weltweit größten Untersuchung, die auf Scans des Gehirns und der Organe aufbaut, Heilmittel gegen Demenz, Herzkrankheiten und Krebs zu finden. In der Vergangenheit hatten Mediziner immer nur die Möglichkeit, einige hundert Scans zu analysieren. Hier soll die neue Studie viel bessere Ergebnisse hervorbringen.

Forscher von der UK Biobank versuchen, die Gehirne und Organe von 100.000 Probanden zu scannen. Durch diese Untersuchung hoffen die Mediziner, neue Durchbrüche bei der Behandlung von Krebs, Demenz und Herzerkrankungen zu ermöglichen. Die Studie hat sehr großes Potenzial und könnte zur Entwicklung von neuen Therapien und Medikamenten führen, erläuterten die Wissenschaftler der UK-Biobank in einer Pressemeldung.

Eine neue Studie der UK Biobank macht Scans der Organe und des Gehirns von 100.000 freiwilligen Probanden. Die Mediziner hoffen, dass die Ergebnisse zukünftig helfen können, neue Behandlungsmethoden und Medikamente zu entwickeln. (Bild: Kot63/fotolia.com)
Eine neue Studie der UK Biobank macht Scans der Organe und des Gehirns von 100.000 freiwilligen Probanden. Die Mediziner hoffen, dass die Ergebnisse zukünftig helfen können, neue Behandlungsmethoden und Medikamente zu entwickeln. (Bild: Kot63/fotolia.com)

Forscher wollen die weltweit größte Datenbank von Organ- und Gehirnscans erstellen
Bisher hatten frühere Studien nur Hunderte von Menschen untersucht. Die Schaffung der bislang größten Datenbank von Scans weltweit mit der Hilfe von MRT und anderen Methoden, steigert den Umfang und die Qualität der Forschung enorm, sagen die Forscher. Die Datenbank der Gehirn- und Organscans soll helfen, eine Reihe von Krankheiten besser zu verstehen. Die Scans sind in der Regel sehr teuer und der Zugang zu wichtigen Daten bleibe limitiert, weil jede kleine Studie ihre eigenen Daten nutzt und Forscher selten Zugang auf die Daten der anderen Studien haben, erläutert Paul Matthews, der Vorsitzender der Imaging-Experten Arbeitsgruppe der UK-Biobank und Professor am Imperial College London. Eine gemeinsame große Datenbank zu haben, könne den Umfang und die Qualität der biomedizinischen Forschungen erweitern, und außerdem würden die Kosten massiv gesenkt, die nötig sind um neue Entdeckungen zu machen. Somit besteht die Möglichkeit, dass in Zukunft neue Durchbrüche bei der Forschung schneller geschehen werden, sagt Prof. Matthews.

Studie könnte helfen, frühsten Anzeichen von Krankheiten zu erkennen
Die Scans könnten dazu beitragen, dass Ärzte in Zukunft Risikofaktoren besser verstehen. Somit könnten entstehende Krankheiten verhindert werden. Wir versuchen auch die frühesten Veränderungen durch Krankheiten herauszufinden, wie beispielsweise die Entdeckung, dass Marker für eine Alzheimer-Erkrankung bereits Jahre zuvor festzustellen sind, bevor die Krankheit richtig ausbricht, erläutern die Forscher. Somit können Mediziner über die Behandlung nachdenken, bevor die Krankheit überhaupt ausbricht. Vielleicht wird es auch möglich, auf Basis der Scans ganz neue Behandlungsmethoden zu entwickeln. Die Studie hat das Potenzial, Informationen über Risikofaktoren für Krankheiten aufzudecken, die frühesten Anzeichen von Krankheiten zu erkennen und neue Arten von Behandlungen zu entwickeln, so die Experten

Scans helfen neue Perspektiven und Behandlungsmöglichkeiten bei Krankheiten zu entwickeln
Die Experten werden Scans von Gehirn, Herz, Knochen, Arterien und Bauchfett bei 100.000 Menschen durchführen. Die Teilnehmer bieten bereits eine Menge detaillierte Informationen über sich selbst an, einschließlich ihrem Lebensstil, Gewicht, Größe, Ernährung, körperlicher Aktivität und ihren kognitiven Funktionen, sagen die Wissenschaftler. Die zusätzlichen Daten könnten verwendet werden, um neue Perspektiven und Behandlungsmöglichkeiten bei Krankheiten zu entwickeln. Es ist zu hoffen, das unser Projekt Einblicke in kardiovaskuläre Erkrankungen bieten wird. Es soll detaillierte Daten über das Gehirn sammeln, soll Einblicke geben, wie Knochenbrüche verhindert werden können und helfen, die Fettverteilung besser zu verstehen, erklären die Experten. Die Studie konnte bereits nachweisen, das der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) fehlerhaft ist und dringend ersetzt oder überarbeitet werden muss, sagt Prof. Matthews. Wir wollen neue frühe Anzeichen und Risikofaktoren von Krankheit entdecken, in der Hoffnung, dass eine frühere gezielte Behandlung oder Veränderungen im Lebensstil helfen können, schwere Krankheiten zu verhindern, bevor diese richtig auftreten, erläutern die Forscher. (as)

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