Neue Studie: Überlanges Autofahren schmälert die Intelligenz

Alexander Stindt
Lange Fahrten mit dem Auto können das Gehirn beeinflussen
Wenn Sie mit dem Auto fahren, müssen Sie sich stark auf den Straßenverkehr konzentrieren. Bei längeren Strecken (beispielsweise auf der Autobahn) sinkt häufig die Konzentration, ohne dass die Aufgabe besonders anspruchsvoll für unser Gehirn zu sein scheint. Forscher fanden jetzt heraus, dass bei Menschen, die regelmäßig mehr als zwei Stunden mit dem Auto fahren, die Intelligenz beeinträchtigt wird.

Die Wissenschaftler von der Leicester University in Großbritannien stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass das regelmäßige Autofahren, bei Betroffenen eine Reduzierung der Intelligenz bewirken kann. Eine beunruhigende Nachricht – insbesondere für alle Personen, die täglich aus Berufsgründen weite Strecke mit dem Auto zurücklegen müssen. Gegenüber der „Sunday Times“ haben die Forscher in einem Interview zu den neuen Studienergebnissen Stellung bezogen.

Manche Menschen müssen jeden Tag lange Strecken mit dem Auto zurücklegen. Mediziner fanden heraus, dass die regelmäßigen langen Fahrten im Auto zu einem kognitiven Rückgang führen können. (Bild: Kaesler Media/fotolia.com)

Reduziert sich die Intelligenz durch lange Fahrten im Auto?
Fahren Sie regelmäßig lange Strecken mit dem Auto? Wenn ja, könnte Ihre Intelligenz darunter leiden. Experten fanden heraus, dass das Gehirn bei Menschen im mittleren und gehobenen Alter schneller abbaut, wenn die Betroffenen jeden Tag lange Strecken im Straßenverkehr zurücklegen. Sollten wir es also vermeiden, lange Strecken mit dem Auto zu fahren? Und wie sollen Menschen reagieren, welche beruflich gezwungen sind, jeden Tag mehrere Stunden mit dem Auto zu fahren?

Geistig anregende Aktivitäten können den geistigen Abbau des Gehirns verlangsamen
Die Wissenschaftler erläutern, dass Betroffene die negativen Auswirkungen auf das Gehirn reduzieren können, indem sie ihre Zeit des Autofahrens minimieren. Versuchen Sie außerdem geistig anregende Aktivitäten zu finden, wie beispielsweise Gespräche mit anderen Personen, um den kognitiven Abbau ihres Gehirns aufzuhalten, raten die Experten.

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Ist beim Autofahren der menschliche Verstand weniger aktiv?
„Wir wissen bereits, dass regelmäßige Fahrten mit dem Auto für mehr als zwei bis drei Stunden am Tag schlecht für das menschliche Herz sind“, erklärt Kishan Bakrania von der Leicester University in Großbritannien gegenüber der „Sunday Times“. Die aktuelle Untersuchung deute nun darauf hin, dass es außerdem schlecht für das Gehirn ist, wenn Sie häufig lange Strecken mit dem Auto fahren. Der Grund dafür könnte sein, dass in diesen Stunden der menschliche Verstand weniger aktiv ist, fügt Bakrania hinzu.

Regelmäßige längere Fahrten mit dem Auto führen zu kognitiven Rückgang
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Lebensstile von mehr als 500.000 Briten im Alter von 37 bis 73 Jahren. Diese Teilnehmer wurden insgesamt für einen Zeitraum von fünf Jahren medizinisch überwacht. In dieser Zeit nahmen sie an verschiedenen Intelligenz und Gedächtnistests teil. Ein sogenannter kognitiver Rückgang ist bereits nach einen Zeitraum von fünf Jahren messbar, weil dieser Rückgang bei Menschen im mittleren Alter schnell eintreten kann, erklären die Wissenschaftler. Dieser Prozess sei mit verschiedenen Faktoren des Lebensstils verbunden, wie beispielsweise dem Rauchen und schlechter Ernährung. In Zukunft sollten regelmäßige längere Fahrten mit dem Auto ebenfalls als Risikofaktor für einen kognitiven Rückgang betrachtet werden, erläutert Bakrania.

Wenn Probanden viel Auto fuhren, sank ihre Intelligenz schneller
Die Forscher stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass die 93.000 Menschen, welche jeden Tag mehr als zwei oder drei Stunden mit dem Auto fuhren, durchschnittlich eine niedrigere Intelligenz aufwiesen. In den folgenden fünf Jahren sank die Intelligenz zudem schneller, verglichen mit Menschen, die wenig oder überhaupt kein Auto fahren. Das Fahren mit dem Auto verursache Stress und Müdigkeit. Diese Effekte scheinen mit dem kognitiven Rückgang zusammenzuhängen, erläutert Bakrania. (as)