Neuer Bluttest zeigt Gehirnerschütterung

Heilpraxisnet

Neuer Nachweis für Gehirnerschütterungen –Bluttest soll Gewissheit bringen

14.11.2014

Bei Sportarten wie beispielsweise Basketball, Eishockey oder Fußball kommt es im Eifer des Gefechts immer wieder zu Stürzten und Schlägen auf den Kopf, die zu einer Gehirnerschütterung führen können. Unentdeckt kann ein Schädel-Hirn-Trauma, wie es in der Medizin auch genannt wird, ernsthafte Folgen die die Spieler haben. Werden Blutungen oder Schwellungen im Gehirn nicht schnell genug behandelt, können diese Verletzungen in größere Schäden übergehen. Dabei kann es meistens schon reichen, dass der Spieler einfach nur vom Spielfeld genommen wird.

Anhaltende Kopf –und Nackenschmerzen können Hinweis sein
Als Gehirnerschütterung wird ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma des Gehirns bezeichnet, bei dem keine sichtbaren Verletzungen am Kopf durch Platzwunden oder Frakturen der Schädelknochen zu erkennen sind. Als typische Symptome gelten Übelkeit oder Erbrechen, starke oder anhaltende Kopfschmerzen und Nackenschmerzen.

Doch nicht immer bemerken die Sportler, dass sie sich ernsthaft verletzt haben und den Sportmediziner stehen am Spielfeldrand nicht die Geräte für eine zuverlässige Schnelldiagnose zu Verfügung, wie es in den Arztpraxen und Krankenhäusern der Fall ist. Bisher konnte eine Gehirnerschütterung nur durch eine Computer- oder Kernspintomografie wirklich zuverlässig diagnostiziert werden. Vor Ort können die Ärzte lediglich mit Hilfe einfacher kognitiver Tests das Ausmaß einer Verletzung abschätzen.

Gemeinsam haben Ärzte des Klinikums rechts der Isar München zusammen mit US-amerikanischen Kollegen im Auftrag des National Institutes of Health nun einen ersten Schnelltest entwickelt, mit dem sich mittels einem Tropfen Blut aus der Fingerspitze kleinste Verletzungen im Gehirn nachzuweisen lassen, so die Münchner Ärzte.

Protein als zuverlässiger Indikator
Den Wissenschaftlern zufolge kann durch ein Protein (S100B) im Blut, das nach einer Gehirnerschütterung ansteigt, eine zuverlässige Aussage über eine Gehirnerschütterung getroffen werden. In einer Studie mit 46 Sportlern konnten die Wissenschaftler aufzeigen, dass eine Gehirnerschütterung dann vorliegt, wenn das S100B-Protein um über 45 Prozent gegenüber dem Normalwert angestiegen ist, so die Ergebnisse der Studie die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "PLOS ONE" veröffentlicht wurden.

„Das Protein S100B wird bereits in der klinischen Praxis als unterstützendes Kriterium verwendet, um nach Schädel-Hirn-Traumen zu entscheiden, ob eine Computertomografie-Untersuchung erforderlich ist“, sagt Prof. Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des Klinikums rechts der Isar München. Der Bluttest müsse jedoch noch weiter verfeinert werden, bevor er Massentauglich zum Einsatz kommt, denn die S100B-Werte sind von Mensch zu Mensch verschieden und ein Anstieg findet auch bei körperlicher Anstrengung statt. (fr)

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