Coronavirus erstmals in Frankreich nachgewiesen

Coronavirus erstmals in Frankreich entdeckt

Ein erster Infektionsfall des Coronavirus ist in Frankreich aufgetreten. Eine Mensch-zu-Mensch Ansteckung ist möglich, aber erst in einem Fall nachgewiesen.

Coronavirus in Frankreich entdeckt: Jeder zweite mit dem Coronavirus (nCoV) Infizierte ist gestorben. Die Infektionskrankheit erreichte bereits auch Deutschland. Die meisten Infektionen erfolgen derzeit auf der Arabischen Halbinsel.

10.05.2013

Patienten, die mit neuen Coronavirus infiziert wurden, erleiden schwere Atemwegsbeschwerden. Bislang existiert kein adäquates Mittel, um den Virus zu stoppen. Aus diesem Grund ist jeder zweite Patient an dem Virusinfekt gestorben. Aktuell ist auch ein Mann in Frankreich erkrankt.

 

Neue Infektionsfall in Paris
Wie das französische Gesundheitsministerium in Paris bekannt gab, wird „der Patient auf der Intensivstation isoliert behandelt. Vor kurzer Zeit kehrte der Mann von einer Reise aus Saudi-Arabien zurück. Das ist der einzige und bestätigte Fall in Frankreich bis heute“. Der Betroffene sei 65 Jahre alt, so ein Sprecher des Ministeriums. Die virale Atemwegsinfektion wurde „durch das Pasteur-Institut diagnostiziert“, hieß es aus Expertenkreisen des Gesundheitsministeriums. Der Virus kommt aus der selben Erreger-Gruppe, zu der auch der Sars-Virus, den Coronaviren, kategorisiert wird. Im Jahre 2003 hatte Sars-Viren etwa 8000 Menschen infiziert. Gut 10 Prozent, also 800 Infizierte starben an der Folgen der Krankheit.

Beinahe alle bislang 30 Corona-infizierten Patienten, die durch die Weltgesundheitsorganisation registriert wurden, „steckten sich sehr wahrscheinlich auf der Arabischen Halbinsel an“. Denn alle Patienten hielten sich erst kurze Zeit vor Ausbruch der Erkrankung dort auf.

Hohe Sterberate nach Infektionen
Wie gefährlich das Virus ist, zeigen die Todesraten. Nach Angaben der WHO seien bereits 18 von 30 Patienten an den Folgen der Atemwegsbeschwerden verstorben. Der erste Fall ereignete sich im Jahre 2012 in Saudi-Arabien. Auch ein Mann aus München, bei dem der Virusinfekt im März 2013 ausbrach, stammte aus der Region.

Einige wesentlichen Erkenntnisse konnten Forscher und Mediziner über den Virus herausfinden. Beispielsweise steht bereits fest, dass der Erreger leicht von einem Säugetier oder Menschen auf ein anderes überspringen kann. Als sehr Wahrscheinlich halten es die Wissenschaftler, dass die Infektionskrankheit das erste Mal bei Fledermäusen auftrat. Nach einer Verbreitung ist das Virus dann auf den Menschen übergegangen. Ferner konnte beobachtet werden, dass der Virus auch vom Menschen zurück auf Fledermäuse und auch Säugetiere übertragen werden kann.

Übertragungsweg stark eingeschränkt
Anders als die Sars-Viren können die Coronaviren über die Zellen in der Lunge in den gesamten Organismus des Menschen vordringen. Das erzeugt unter Experten eine gewisse Erleichterung, denn über Grippeviren wissen Epidemiologen, dass dieser Infektions-Eintrittsweg bedeutet, dass die Erreger weniger leicht von Mensch-zu-Mensch übertragbar sind.

Viren werden in ihrer Gefährlichkeit eingestuft. Ein Kriterium ist, ob die Influenzaviren die oberen Atemwege als Eintrittsort erklimmen und somit über eine Tröpfchenübertragung stattfindet oder über die Lungen vordringen müssen. Zweiter Weg ist wesentlich schwerer, weshalb die Ansteckungsgefahr weniger stark vorhanden ist. Beim neuen Coronavirus besteht demnach ein geringeres Ansteckungsrisiko, als zuvor angenommen. Das zeigt sich auch daran, dass bislang nur ein einziger Betroffener durch eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung infiziert wurde. Der Patient aus Großbritannien hatte den Virus durch seinen Sohn bekommen. „Anscheinend nur durch einen sehr engen Kontakt kann eine Mensch-zu-Mensch-Infektion stattfinden“, sagte ein WHO Sprecher in der vergangenen Woche.

Kein Grund zur Panik, dennoch weitere Forschung notwendig
Dennoch sind Gesundheitsbehörden und Mediziner beunruhigt. Es kann nämlich sein, dass sich der Virus noch einmal schnell verändert. Ein mögliches Szenario sei, dass die Viren sich anpassen um schneller sich ausbreiten zu können und so eine Mensch-zu-Mensch Übertragung leichter wird. Es kann aber auch genau das Gegenteil passieren und der Virus entwickelt sich harmlos. Für eine Panik gibt es derzeit keinen Grund, dafür sind die Fallzahlen zu gering. Erste Symptome der Infektion ähneln der Grippe: Die Patienten leiden unter Fieber und Schüttelfrost sowie starken Beschwerden der Atemwege. (sb)


Bild: Gerd Altmann, Pixelio.de (Bild zeigt keine Coronaviren im Original, sondern eine Nachzeichnung)