Studie: Entdeckter Wirkstoff lindert allergisches Asthma

Sebastian

Studie: Neuartiger Wirkstoff hilft bei allergischem Asthma

Allergisches Asthma ist die häufigste Form von Asthma bronchiale. In manchen Fällen werden die Beschwerden bereits durch eine Anpassung der Lebensweise gemildert. Meist werden die Patienten aber auch medikamentös behandelt. Einer Studie zufolge hilft ein neuer Wirkstoff besonders gut, um die Beschwerden zu schwächen.

Eine der häufigsten Krankheiten weltweit
Mit rund 300 Millionen Betroffenen ist Asthma eine der häufigsten Krankheiten weltweit. Allergisches Asthma gilt als die häufigste Form von Asthma bronchiale. Die zugrunde liegenden Allergien können zwar vielfältig sein, doch sehr oft tritt Asthma im Zusammenhang mit Heuschnupfen auf. Neben der medikamentösen Behandlung ist bei der Therapie auch eine Anpassung der Lebensweise von großer Bedeutung. So sollten die Auslöser der Allergie möglichst vermieden werden. Die Folgen der Krankheit, wie etwa Atemnot und Husten, sind für die meisten Betroffenen sehr belastend. Asthma kann auf längere Sicht sogar zu einer eingeschränkten Lungenfunktion führen. Künftig soll ein neues Therapiekonzept helfen, die beim allergischen Asthma auftretende Entzündung der Atemwege zu kontrollieren und so den Krankheitsverlauf abzumildern.

Was passiert bei Asthma?
Was passiert bei Asthma? Bild: rob3000/fotolia

Therapie ist bislang oft unbefriedigend
Einer Studie zufolge schwächten sich die Beschwerden bei Asthmapatienten enorm ab, wenn sie das Präparat SB010 verabreicht bekamen, berichtet der österreichische „Standard“. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden kürzlich im renommierten Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Professor Dr. Harald Renz vom Institut für Laboratoriumsmedizin an der Philipps-Universität Marburg erläuterte: „Die Therapie schwerer Verlaufsformen des allergischen Asthmas ist zurzeit noch unbefriedigend.“ Seit mehreren Jahren forscht die Arbeitsgruppe von Renz an einer neuen Behandlungsoption: „Unser Wirkstoff SB010 ist das erste Beispiel einer völlig neuen Wirkstoffklasse, der DNAzyme“, so Renz. Man versteht darunter künstliche DNA-Moleküle, die enzymatisch aktiv sind. Diese DNAzyme wirken besonders zielgerichtet. „Das macht sie zu idealen Wirkstoffkandidaten für neue, hochwirksame und zugleich nebenwirkungsarme Medikamente“, erklärte Renz.

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Medikament schwächt Beschwerden um bis zu 34 Prozent ab
Wie berichtet wird, hemmt SB010 ein Protein, das eine Entzündung auslöst und damit für die typischen Asthmasymptome verantwortlich ist. Die Wirksamkeit des neuen Therapeutikums wurde in einer Phase II Studie am Menschen geprüft. Durchgeführt wurde die Untersuchung als randomisierte Doppelblindstudie an sieben deutschen Zentren unter der wissenschaftlichen Leitung von Norbert Krug, Ärztlicher Direktor am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover. Dabei zeigte sich, dass eine 28-tägige Behandlung mit SB010-Inhalationen zu einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion führte. Die Beschwerden der Asthmapatienten schwächten sich um bis zu 34 Prozent ab. Außerdem erwies sich das Präparat als sicher und gut verträglich. Studienleiter Krug betonte: „Nach neuesten Forschungsergebnissen ist davon auszugehen, dass etwa 50 Prozent aller Asthmatiker unter allergischem Asthma leiden.“ Der Mediziner meinte zudem: „Weitere klinische Untersuchungen zu SB010 mit größeren Patientengruppen mit Asthma halte ich für äußerst sinnvoll.“ (ad)

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