Neues Arzneimittel gegen Alzheimer weckt bei Medizinern Hoffnung

Sebastian
US-Pharmakonzern stellt neues Medikament gegen Alzheimer vor
Die folgenschwere Alzheimer-Demenz ist bislang nicht heilbar. Stattdessen ist die schwere Erkrankung des Gehirns nach wie vor für die Betroffenen mit massiven Einschränkungen im täglichen Leben und einem allmählichen Verlust der persönlichen Autonomie verbunden. Nun könnte es jedoch eine neue leise Hoffnung geben. Denn der Pharmakonzern Eli Lilly stellte auf der Internationalen Alzheimerkonferenz neue Studienergebnisse vor, nach denen der Antikörper „Sola“ möglicherweise in der Anfangsphase den Verlauf verzögern könnte.

Patienten verlieren sukzessive ihre geistige Leistungsfähigkeit
Alzheimer die häufigste Form der Demenzerkrankungen, von der etwa 50 bis 75 Prozent der Demenzkranken betroffen sind. Es handelt sich um eine hirnorganische Krankheit, bei der die Patienten nach und nach ihre geistige Leistungsfähigkeit verlieren. In der Folge treten je nach Stadium Symptome wie Orientierungs- und Sprachschwierigkeiten, Vergesslichkeit und Persönlichkeitsveränderungen auf. Alzheimer ist bislang nicht heilbar. Doch es gibt verschiedene Medikamente, die eine Linderung der Symptome sowie eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs bewirken können.

Neues Alzheimer-Mittel weckt Hoffnungen. Bild: Sandor Kacso - fotolia
Neues Alzheimer-Mittel weckt Hoffnungen. Bild: Sandor Kacso – fotolia

Pharmakonzern Eli Lilly stellt neue Erkenntnisse auf Alzheimerkonferenz vor
Doch nun könnte es möglicherweise einen neuen, kleinen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Erkrankung geben, die der Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer als das „große Vergessen“ bezeichnete. Dies geht aus Studienergebnissen hervor, die der US-Pharmakonzern Eli Lilly am Mittwoch auf der diesjährigen Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) in Washington vorstellte. Demnach könne durch eine frühe Behandlung mit dem Antikörper „Solanezumab“ möglicherweise bei einigen Patienten das Fortschreiten der Erkrankung reduziert werden. Hintergrund sei, dass durch den Wirkstoff anders als durch die derzeit eingesetzten Medikamente das Absterben der Gehirnzellen unter Umständen von Vornherein verhindert werden könne, so die Information des AAIC.

Vollständig geheilt werden könne die Erkrankung jedoch auch mit diesem Mittel nicht. Dennoch könne in weniger schweren Fällen der Verlauf gleich zu Beginn verzögert werden, was zum jetzigen Zeitpunkt ein großer Fortschritt im Kampf gegen Alzheimer wäre. „Die Ergebnisse unterstützen den potenziellen Vorteil, die Behandlung mit Solanezumab eher früher als später im Verlauf der Erkrankung zu beginnen und deuten darauf hin, dass auch ein fortdauernder Behandlungseffekt bei den Patienten besteht, die das Medikament später erhalten hatten“, so der Direktor des Alzheimer’s Therapeutic Research Institute an der Universität von Süd-Kalifornien in San Diego, Paul Aisen. (nr)