Neues IBM Computersystem Watson besser als Mediziner bei der Leukämie-Diagnose

Künstliche Intelligenz hat einer Frau in Japan das Leben gerettet. Das Computersystem Watson von IBM diagnostizierte bei ihr eine Form von Blutkrebs, die Ärzte nicht erkannt hatten. (Bild: sakkmesterke/fotolia.com)
Alfred Domke
Leukämie: Künstliche Intelligenz von IBM erkennt seltene Blutkrebs-Erkrankung
Da die Symptome von Leukämie meist unspezifisch sind, wird die Erkrankung häufig nur per Zufallsdiagnose gestellt. Medienberichten zufolge hat das IBM Computersystem Watson nun bei einer Frau eine Form von Blutkrebs diagnostiziert, die Mediziner zuvor nicht erkannt hatten.

Leukämie wird oft nur zufällig entdeckt
Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 11.500 Menschen an Leukämie. Weltweit sollen es über 900.000 sein. Männer erkranken häufiger an Blutkrebs als Frauen. Die Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht geklärt. Da die Symptome so unspezifisch sind, ist eine zufällige Diagnose laut Gesundheitsexperten eher die Regel als die Ausnahme. Doch technologische Fortschritte könnten daran etwas ändern.

Künstliche Intelligenz hat einer Frau in Japan das Leben gerettet. Das Computersystem Watson von IBM diagnostizierte bei ihr eine Form von Blutkrebs, die Ärzte nicht erkannt hatten. (Bild: sakkmesterke/fotolia.com)
Künstliche Intelligenz hat einer Frau in Japan das Leben gerettet. Das Computersystem Watson von IBM diagnostizierte bei ihr eine Form von Blutkrebs, die Ärzte nicht erkannt hatten. (Bild: sakkmesterke/fotolia.com)

Künstliche Intelligenz rettet Frau das Leben
Laut einem Bericht des indischen Fernsehnetzwerks „New Delhi Television Limited“ (NDTV) hat IBMs Computersystem Watson bei einer Patientin eine Form von Krebs diagnostiziert, die von Ärzten zuvor nicht erkannt wurde. Wie es in einem Beitrag von „Futurism“ heißt, hat die künstliche Intelligenz durch die Diagnose einer Frau das Leben gerettet.

Falsche Diagnose für andere Blutkrebs-Form
Den Angaben zufolge haben Ärzte vom Medizinischen Institut der Universität Tokio in Japan erstmals mit Hilfe von IBMs künstlicher Intelligenz eine seltene Form von Blutkrebs bei einer 60-jährigen Patientin entdeckt, bei der mit konventionellen Methoden zuvor eine falsche Diagnose für einen anderen Blutkrebs (Akute Myeloische Leukämie) gestellt worden war.

Computersystem brauchte zehn Minuten für die Diagnose
Wie es heißt, hatten die Mediziner beschlossen, Watson für die Diagnose zu Rate zu ziehen. Das Computersystem kam zu dem Ergebnis, dass die Patientin unter einer seltenen Form der Leukämie leidet, nachdem es die genetischen Informationen der Frau mit den genetischen Daten von 20 Millionen klinischen Krebs-Studien verglich. Die künstliche Intelligenz brauchte dafür lediglich zehn Minuten. Die daraufhin angepasste Behandlung schlug an, zuvor war die Patientin ohne Erfolg behandelt worden.

Das Potential „die Welt zu verändern“
Professor Satoru Miyano von der Universität Tokio meinte, das Ergebnis sie ein Beleg dafür, dass künstliche Intelligenz das Potential habe, in den kommenden Jahren „die Welt zu verändern“. Und Seiji Yamada vom Nationalen Institut für Informatik und Vorsitzender der japanischen Gesellschaft für künstliche Intelligenz fügte an, dass dies der erste Fall im Lande war, bei dem künstliche Intelligenz jemandem das Leben rettete.

Schneller und kostengünstigere Diagnosen
Watson ist eine künstliche Intelligenz, die von IBM entwickelt wurde. Das System ist in der Lage, riesige Datenmengen zu analysieren und zu vergleichen. Der breiteren Öffentlichkeit wurde Watson bekannt, als es die weltbesten Spieler in der Quizsendung Jeopardy schlug. Mittlerweile wird das System unter anderem von Banken und im Finanzbereich eingesetzt. In der Medizin erhoffen sich Experten dank Watson künftig präzisere, schnellere und kostengünstigere Diagnosen und weniger Fehlbehandlungen. (ad)

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