Neues Online-Portal der BZgA bietet Sexualaufklärung für Migranten an

Sexualkunde
Nina Reese
BZgA richtet für Flüchtlinge die Plattform „Zanzu“ ein
Ob Geschlechtskrankheiten, Verhütung oder Orgasmus: Fragen rund um das Thema „Sex“ werden hierzulande meist im schulischen Sexualkundeunterricht geklärt. In vielen anderen Ländern gilt das Thema jedoch als Tabu, weshalb Kinder und Jugendliche nicht aufgeklärt werden. Abhilfe soll eine neue Onlineplattform der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schaffen, auf der sich Migranten zu vielen wichtigen Fragen informieren können.
Sexualkunde
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat ein spezielles Sexualkundeportale eingerichtet, auf dem Fragen zur Sexualität in 13 unterschiedlichen Sprachen erklärt werden. (Bild: momanuma/fotolia.com)

Sexualaufklärung beginnt hierzulande oft schon in der Grundschule
„Ab wann kann ein Mädchen schwanger werden?“ „Wie schütze ich mich am besten vor Geschlechtskrankheiten?“ „Woran merke ich, dass der andere das gleiche möchte wie ich?“ Fragen wie diese werden in vielen westlichen Ländern im Sexualkundeunterricht in der Schule oder zu Hause mit den Eltern oder Geschwistern besprochen. In einigen anderen z.B. arabischen und afrikanischen Ländern gilt „Sex“ jedoch als Tabuthema, dementsprechend gibt es eine solche Aufklärung für Heranwachsende nicht.

„Zanzu“ informiert in 13 verschiedenen Sprachen
Aus diesem Grund hat nun die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit der belgischen Nichtregierungsorganisation Sensoa eine neue Online-Plattform ins Leben gerufen. Auf dem Portal „Zanzu“ werden Fragen rund um das Thema Sexualität in 13 verschiedenen Sprachen beantwortet, sodass sich auch Migranten problemlos informieren können. Sechs Themenkomplexe wie z.B. Verhütung, Infektionen, HIV und Gesetze werden hier unter anderem auf Arabisch, Türkisch und Farsi behandelt. Unterpunkte wie z.B. ein Schwangerschaftsabbruch oder Beziehungsprobleme werden über kurze Texte, Bilder und Audio-Dateien erklärt. Dabei wurde bei der Gestaltung großer Wert auf religiöse und kulturelle Befindlichkeiten gesetzt, betonte Christine Winkelmann von der BZgA gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

„Vor allem zu uns geflüchtete Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich. Nutzer/innen erfahren über zanzu.de welche Rechte sie haben, welche Gesetze gelten, wie das deutsche Gesundheitssystem funktioniert und wo sie Beratungsstellen in ihrer Nähe finden“, so Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einer Mitteilung der BZgA. Durch das neue Portal könnten viele Fragen zu Themen wie Schwangerschaft und Geburt, Verhütung und sexueller Gesundheit geklärt werden, ergänzt die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz: „Das trägt dazu bei die Versorgung und Aufklärung insgesamt zu verbessern.“ (nr)

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